Mephedron (MMC; 4-Methylmethcathinon) ist eine chemische Verbindung, die mit Cathinon, dem stimulierenden Wirkstoff des Kath Strauches, und Methcathinon (Ephedron) verwandt ist. Strukturell ist Mephedron mit Amphetamin verwandt. Es gehört zu den sogenannten „Research Chemicals“ (RC´s) d.h. es ist weitgehend unerforscht, daher gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über Wirkmechanismen, Risiken, Langzeitfolgen sowie mögliche Gefahren beim Mischkonsum. Der aktuelle Stand des Wissens z.B. über die Wirkung reduziert sich fast ausschließlich auf Berichte von Konsumenten und Konsumentinnen.
MMC ist ein Stimulans und Empathogen und kommt als weißes, fein bis grobkörniges Pulver bzw. auch in Tabletten- oder Kapselform vor.
Bevor Mephedron in Österreich verboten wurde, wurde es von Online-Lieferanten als legale Alternative zu Ecstasy, Amphetaminen und Kokain aggressiv vermarktet. Es wird online oft als Düngemittel, Badesalz oder sogar Duftspender, mit dem Hinweis, dass es nicht für den menschlichen Konsum geeignet ist, vertrieben.
Szenenamen
„Miau Miau“, „M“, „M-Cat“, „Meph“, “Dusted”, “Buzz Powder”, “Northface Ice Cold”, “Charge+”, “Drone”, “Meow Meow”, “Bubbles”, “Bounce”, “Subcoca”, “Magic”
Aufnahme / Wirkungsdauer
Mephedron wird üblicherweise oral eingenommen oder geschnupft. In Einzelfällen wurde auch über einen intravenösen Konsum berichtet. Mephedron wirkt stimulierend und euphorisierend. Die Intensität der Wirkung ist dosisabhängig und tritt bei nasalem Konsum (starkes Brennen) innerhalb weniger Minuten (Wirkdauer etwa 1-2 Stunden) und bei oralem Konsum nach etwa 30-45 Minuten (Wirkdauer etwa 3-5 Stunden) ein.
Rausch
Die Wirkung von Mephedron zeichnet sich durch ein subjektives Gefühl geistiger Klarheit und erhöhter körperlicher Leistungsfähigkeit aus. Charakteristisch sind gesteigerte Euphorie und ein starkes Verbundenheitsgefühl mit anderen Menschen. Konsumenten und Konsumentinnen berichten oft von einer intensiveren Wahrnehmung des eigenen Körpers, von Schwebegefühlen und allgemeiner Entspannung, sowie einem intensiveren Empfinden von Musik. Die Erinnerung an die Zeit während der Substanzhauptwirkung ist meist verschleiert.
Körperliche Wirkungen/Risiken während des Rausches
In Bezug auf Mephedron gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über Wirkmechanismen, Risiken, Langzeitfolgen sowie mögliche Gefahren beim Mischkonsum. Der aktuelle Stand des Wissens z.B. über die Wirkung reduziert sich fast ausschließlich auf Berichte von Konsumenten und Konsumentinnen.
Durch die stimulierende Wirkung von MMC kann es zu einer als unangenehm empfundenen Hyperaktivität, starker Erhöhung des Blutdrucks und Herzrasen (bzw. unangenehmen Gefühl in der Herzgegend) kommen. Insbesondere bei Konsum von hohen Dosen können Wahnvorstellungen und Paranoia auftreten. Berichtet wird auch eine intensivere Wahrnehmung von Gefühlen, vor allem von starken depressiven Episoden mit Weinkrämpfen und vermehrt auftauchenden Suizidgedanken nach dem Konsum von Mephedron. Es soll auch epileptische Anfälle auslösen. Konsumenten und Konsumentinnen berichten weiters von unangenehmem Körpergeruch und Kältegefühl, Hautausschlägen, Kopfschmerzen und Gewichtsverlust. Bei nachlassender Wirkung kann es laut Erfahrungsberichten zu erhöhter Nervosität und Verstimmungen kommen. In seltenen Fällen kam es durch Durchblutungsstörungen zu Blaufärbung von Ellenbogen und Kniegelenken kommen. Langanhaltende Schlaflosigkeit, sowie Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses und Erinnerungslücken können ebenfalls vorkommen.
Als besonders unangenehm, wird das starke Craving (starker Drang nachzulegen) – insbesondere bei nasalem Konsum – beschrieben.
Langzeitfolgen
Aufgrund des starken Drangs wieder nachzulegen, ist anzunehmen, dass es zu einer psychischen Abhängigkeit kommen kann. Über eine mögliche körperliche Abhängigkeit kann derzeit keine Aussage getroffen werden. Bei häufigem Konsum wird von eingeschränktem Erinnerungsvermögen und einer Verschlechterung der Konzentration berichtet. Nach häufigem Konsum über einen längeren Zeitraum gibt es Berichte über anhaltende depressive Verstimmung (über den üblichen ein/zwei Tage dauernden Zeitraum eines Hangovers hinaus).
Gesetz
Mephedron ist seit 20. August 2010 in das Suchtmittelgesetz als illegale Droge aufgenommen und ist damit in Österreich verboten.
In Deutschland, Dänemark, Schweden, Großbritannien, Estland, Norwegen, Rumänien, Finnland und in den Niederlanden ist Mephedron ebenfalls verboten.