Lachgas

Lachgas ist ein Narkosemittel, das in geringen Dosen schmerzstillend wirkt und in hohen Dosen betäubend.
Di-Stickstoff-Oxid (N2O) wurde 1772 von Joseph Priestley entdeckt und zum ersten Mal hergestellt.
Man unterscheidet zwischen medizinischem und technischem Lachgas. In der Medizin wird Lachgas häufig noch als Lachgas-Sauerstoffgemisch zur Allgemeinanästhesie verwendet. Dabei wird es mit intravenös applizierten Susbstanzen aus der Gruppe der Opioide und/oder Verdampfungsnarkotika kombiniert. In der Industrie findet Lachgas heute als Treibmittel zum Aufschäumen von Schlagobers und anderen Nahrungsmitteln Verwendung.
Der Reinheitsgrad von Lachgas bewegt sich in einer Spanne von 98,0 bis 99,9 %, wobei das technische Gas unreiner ist als das medizinische, es kann bspw. Methylnitrat enthalten sein, ein Gas, das die roten Blutkörperchen blockiert und zu Sauerstoffmangel führt.
Aufgrund des günstigeren Preises und der einfacheren Abgabe des technischen Lachgases wird dieses - meist abgefüllt in Luftballons zu ca. 10€ je Ballon - meist in und vor Diskotheken und bei Festivitäten vertrieben.

Szenenamen
Ballons, Distickstoffoxid, N2O, Stickstoffoxydul.

Aufnahme / Wirkungsdauer
Lachgas wird in Ballons gefüllt und inhaliert.
Die Wirkung hält von einigen Sekunden bis zu 3 Minuten an.

Rausch
Lachgas dämpft das Schmerzempfinden. Es führt zu Benebelung und gehobener Stimmung. Wegen der kurzen Wirkzeit ist es gut steuerbar.
Das Sehen verändert sich und ein Prickeln ist am ganzen Körper zu spüren. Auch die akustische Wahrnehmung ist stark verändert.
Meist wird der Zustand als eine Art Hypnose oder Trance beschrieben

Abbau
Lachgas wird im Körper nicht verstoffwechselt bzw. umgewandelt sondern verlässt beim Ausatmen zu 99,9 Prozent den Körper in gleicher Form und Menge.

Körperliche Wirkungen / Risiken während des Rausches
Bei wiederholtem Gebrauch kommt es zu einer Gewöhnung (Toleranzentwicklung) gegenüber des Stoffs. Der Konsument benötigt daher immer größere Mengen Gas, um dieselbe Wirkung zu erzielen. Das kann zu einer psychischen Abhängigkeit führen.
Eine körperliche Abhängigkeit ist nicht bekannt. Weder die Herzfunktion noch die der inneren Organe werden nennenswert beeinflusst.
Bei unreinem Gas oder auch bei einigen seltenen Personengruppen ist Übelkeit und Erbrechen zu beobachten. Viele Lachgastanks für Autorennen enthalten meist zusätzlich zu ihrer Unreinheit Wasserstoffsulfide, die für starke Übelkeit bei Nutzung verantwortlich sind. Solcherart verunreinigtes Gas zu benutzen ist lebensgefährlich.
Bei längerem Einatmen oder Inhalieren in geschlossenen Räumen oder mit Atemmaske kommt es zu Sauerstoffmangel, der zu Bewusstlosigkeit und letztendlich zum Tode führen kann.
Vorsicht! Es entstehen schwere Erfrierungen an Mund und Atemorganen, wenn versucht wird, das Gas direkt von der Gasflasche oder von Kapseln aus zu inhalieren.

Langzeitfolgen
Bei Langzeitkonsum in hohen Dosen ist ein Effekt auf das Knochenmark zu beobachten.
Lachgas zerstört in den B12-Vitaminen die wichtige Kobaltverbindung, sodass die schützenden Hüllen der Nervenzellen nicht mehr einwandfrei aufgebaut werden können. Dadurch ist u.a. eine Schädigung der längeren Nervenbahnen (Polyneuropathie) zu beobachten.
Erste Anzeichen dafür sind Kribbelempfindungen in Händen und Füßen, später Gefühllosigkeit und Gangschwierigkeiten. Theoretisch kann diese Schädigung, wenn sie nicht rechtzeitig entdeckt wird, zum Tode führen.
Die tatsächlichen psychischen und physischen Langzeitschäden sind bislang nicht bekannt bzw. wissenschaftlich eindeutig belegt.

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