Opiate / Opium / Opioide
Opiate sind u.a. Opium und Morphin. Opium wird aus dem Milchsaft der unreifen Schlafmohnkapsel gewonnen. Opium und das daraus gewonnene Morphin sind starke Schmerzmittel und werden meistens bei der Linderung von Tumorschmerzen eingesetzt.
Opioide sind synthetische Produkte (Methadon, Valoron, Fentanyl...), haben größtenteils keine strukturelle Ähnlichkeit mit Morphin und anderen Opiaten und werden als medizinische Schmerzmittel bzw. bei Methadon zur Linderung der Heroinentzugs eingesetzt.
Heroin ist eine Mischung aus teilsynthetischem Opioid und Opiat.
Ein Morphinverwandter ist auch das Kodein.
Szenenamen
Mohn, Morphin, Morphium, Opium, Meperidin, Demerol, MPPP, MPTP, Fentanyl, Valoron etc.
Aufnahme / Wirkungsdauer
Opium wird im Großteil aller Fälle in Opiumpfeifen geraucht. Diese Pfeifen können den Stoff bis zur Rauchentwicklung erhitzen ohne ihn aber zu entzünden. Nicht so verbreitet ist das sogenannte Blechrauchen, bei dem das Opium auf einer Alufolie erhitzt und die aufsteigenden Dämpfe mit einem Strohhalm oder einem anderweitigem Rohr aufgesogen und inhaliert werden. Die orale Einnahme des Rohopiums als Speise oder Teezubereitung wird wegen der verminderten Wirksamkeit und des bitteren Geschmacks weniger angewandt.
Opioide oder Morphin werden gespritzt oder (seltener) als Tablette eingenommen.
Die Wirkung hält 3 - 5 Stunden an.
Rausch
Opioide wirken stark euphorisierend, angst- und schmerzmindernd. Nach einem blitzartigen Hochgefühl folgt eine wohlige Ruhephase mit innerem Frieden. Negative Nachschwankung und Depression sowie Unruhe können auch auftreten. Das Abhängigkeitspotential von Opioiden ist sehr hoch.
Opium erzeugt in niedriger Dosis ein wohliges und entspannendes Gefühl. Einige Konsumenten berichten von Tagträumerei und einem verbesserten Denkvermögen. Bei höherer Dosis ist die Wirkung euphorisch und genussvoller. Die Tagträume nehmen zu, ohne in Halluzinationen überzugreifen. Bei sehr hohen Dosen ist der Benutzer so beruhigt, dass er ständig einschläft. Bei einer Überdosierung folgen Atemlähmungen und Herz-Kreislauf-Stillstand.
Abbau
Opiate und Opioide werden hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Ca. 20 % verlassen mit der Galle über den Darm den Körper.
Nachweiszeit
Bei einem Urintest oder Bluttest sind Opiate und Opioide zwei bis vier Tage nach der Einnahme nachweisbar. Zweiter Test ist die Haaranalyse. Dort sind Opiate und Opioide bis zu 90 Tage nach Einnahme nachweisbar.
Allerdings kann man bei beiden Testverfahren nicht genau definieren, ob der Konsument reines Opium oder artverwandte Stoffe wie Heroin oder Morphin genommen hat.
Fehler beim Nachweis
Die quantitativen Schnelltests zum Nachweis von Opiaten und Opioiden sind sehr empfindlich. Schon die Einnahme von einigen Mohnkuchenstücken führt zu einem (falsch) positiven Ergebnis. Mohnkuchen enthält zwar keine psychoaktiven Opiate, aber Inhaltstoffe, die das Vorhandensein derselben vortäuschen.
Körperliche Wirkungen / Risiken während des Rausches
Schwitzen, Juckreiz, Muskelerschlaffung, Schwindel, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Erbrechen, Einengung der Pupillen, Verstopfung, Verkrampfung der Gallenwege, niedriger Blutdruck bis Schock, Gleichgewichtsstörungen, Verlangsamung der Herzfrequenz bis zum Stillstand, Spannung in der Harnblase, Schwierigkeiten beim Wasserlassen.
Langzeitfolgen
- Leberschäden
- Magen- und Darmstörungen
- Verlust sämtlicher Interessen - kann zur Isolation führen
- Verwahrlosung, Prostitution
METHADON
Methadon ist auch ein Opiat, das zur Behandlung schwerst Heroinabhängiger eingesetzt wird. Methadon lindert die Entzugserscheinungen, euphorisiert nicht und ist deshalb als Droge kaum geeignet. Trotz alledem macht der Gebrauch dieses Ersatzes extrem abhängig.
SUBSTITOL
Substitol ist ein Morphin, das in Kapselform in der Apotheke auf Rezept erhältlich ist. Die Wirkstoffe des Präparates werden im Laufe von 24 Stunden kontinuierlich an den Körper abgegeben und unterdrücken das Verlangen nach Opiaten. In Österreich wird Substitol bei der Therapie von Opiatabhängigen relativ häufig eingesetzt, während im Rest der EU zu therapeutischen Zwecken eher auf Methadon zurückgegriffen wird. Obwohl Substitol eigentlich zur oralen Einnahme vorgesehen ist, wird es auch gespritzt was u. a. zu meist irreversiblen körperlichen Schädigungen der Lunge, aber auch anderer Organe (zB Leber, Augen) führt.
KODEIN
Kodein ist Monomethyläther des Morphins und Bestandteil verschiedenster Medikamente (einige Hustensäfte, Schmerz stillende Medikamente usw.), die wegen Ihrer Suchtgefahr verschreibungspflichtig sind. Kodein wird in seiner reinen Form daher sehr oft als Drogenersatz missbraucht.
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