Snus oder Snaff ist feingemahlener Tabak, der unter die Lippen geschoben wird, oft unter Beimischung von Amoniak, damit der Snus feucht bleibt. Zur Beschleunigung der Nikotinaufnahme sind Snus häufig Salzkristalle beigemengt, die häufig erwähnten "Glassplitter" hingegen sind in normalem Snus nicht enthalten.
Europaweit ist das Inverkehrbringen durch die Tabakprodukt-Richtlinie 2001/37/EU mit Ausnahme von Schweden verboten. Laut Tabakgesetz (§ 2. (1) Z.2) ist der gewerbliche Vertrieb von rauchfreiem Tabak in Österreich verboten, sodass Snus nur unter der Hand oder über das Internet erworben werden kann. Der Konsum ist nicht verboten.
Schweden hat eine Ausnahmeregelung erwirkt. In Schweden ist der Verkauf von Snus erlaubt und der Konsum weit verbreitet. In Schweden wird das seit 200 Jahren beliebte Produkt von rund einem Fünftel der Männer konsumiert.
Snuskonsum fällt in Österreich unter das Jugendschutzgesetz, da es sich um ein Tabakerzeugnis handelt, nicht jedoch unter das Suchtmittelgesetz.
Aufnahme / Wirkungsdauer
Der Snus wird unter Ober- oder Unterlippe gepresst oder direkt in die Mundhöhle gelegt (zum Teil ist der Snus in kleine Beutel verpackt, was den Konsum erleichtert).
Rausch
Das Nikotin dringt über die Schleimhaut rasch ins Blut ein. Die Wirkung ist individuell verschieden, die einen aktiviert der Snus, die anderen beruhigt er.
Körperliche Wirkungen / Risiken während des Rausches
Erstmaliger Konsum macht in wenigen Minuten schwindlig und provoziert Übelkeit (v.a. wenn der Konsument Nichtraucher ist). Snus ist eine „Nikotinbombe“ und enthält die Tabakkonzentration mehrerer Zigaretten. Nach mehrmaligem Konsum entsteht Gewöhnung und ziemlich rasch eine körperliche Abhängigkeit (analog zum Rauchen).
Langzeitfolgen
Snus enthält wie gerauchter Tabak Nikotin, sodass der Konsum häufig zu einer Nikotinabhängigkeit führt. Lungenkrebs tritt bei Snus nicht auf, aber stattdessen gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Snuskonsum und Mundkrebs. Snusen kann zu Schädigungen des Zahnfleisches, der Halsschleimhaut und des Kehlkopfes führen. Es können sich Karzinome in der Mundhöhle oder auf den Lippen bilden, die Zähne könne sich verfärben und es kann zu Magenproblemen kommen.