Das Rauchen von Wasserpfeifen ist vor allem in Nordafrika, Ägypten und in Teilen Asiens verbreitet. In den letzten Jahren, erfreut sich das Rauchen von Wasserpfeifen auch in Österreich besonders bei Jugendlichen zunehmender Popularität.
Die Wasserpfeife, auch als Shisha, Narghileh, Arghileh, Hookah oder Hubble Bubble bekannt, besteht aus einem wassergefüllten Glas- oder Stahlgefäß, einem Tongefäß für den Tabak, einer Rauchsäule mit Ventil und einem Schlauch mit Mundstück. Der Tabak für Wasserpfeifen wird mit Früchten, Fruchtessenzen, Sirup und anderen Substanzen aromatisiert. Auf das mit dieser Mischung gefüllte Tongefäß wird ein Metallsieb oder eine durchlöcherte Alufolie und glühende Kohle gelegt. Beim Saugen an dem Schlauch wird der entstehende Rauch durch den Wasserbehälter gesogen und gelangt in den Mund des Rauchers.
Inhaltsstoffe
Der süßliche Duft den Shishas verbreiten, soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der verwendete Tabak, grundsätzlich die gleichen Substanzen enthält, wie Zigarettentabak. Quantitative und qualitative Unterschiede ergeben sich vor allem aus der Dauer des Rauchvorgangs (ca. 5 min bei der Zigarette im Gegensatz zu 50 min bei der Wasserpfeife) und der Temperatur in der Glutzone (ca. 800 – 900° C bei der Zigarette im Gegensatz zu 400° C bei der Wasserpfeife).
Wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass über den Rauch von Wasserpfeifen zum Teil größere Schadstoffmengen aufgenommen werden als über filterlose Zigaretten. Dies gilt insbesondere für die krebsauslösenden Substanzen Arsen, Chrom, Cobalt, Blei und Nickel, aber auch für Teer und Kohlenmonoxid. So wird beim Wasserpfeifenrauchen beinahe die 20fache Menge an Teer aufgenommen, als beim Zigarettenrauchen. Die krebserregende Substanz ist nicht im Shisha-Tabak an sich enthalten, entsteht jedoch während der Erhitzung.
Weiterhin steigt die Nikotinkonzentration im Blut beim Rauchen von Wasserpfeifen stärker an, als beim Zigarettenkonsum: bei 20 Zigaretten, die innerhalb von 7 Stunden geraucht werden, liegt der Nikotinspiegel im Blutplasma bei 49 ng/ml Plasma, nach 45 Minuten Wasserpfeife rauchen liegt der Wert bereits bei 60 ng Nikotin/ml Plasma.
Gesundheitsgefährdung
Das Wasserpfeiferauchen ist mit fatalen Irrtümern belegt, denn auch für die Wasserpfeife besteht aufgrund des Nikotingehalts ein starkes Abhängigkeitspotenzial – insbesondere Tabaksorten ohne Aromastoffe (zB Asfahni oder Ajami) können bis zu 43 Gramm Nikotin pro Gramm enthalten. Damit wird gerade bei jüngeren Konsumenten, die (noch) keine Zigaretten rauchen, der Weg bereitet.
Ein weiterer Irrtum ist, dass das Wasser beim Rauchen der Wasserpfeife die schädlichen Inhaltsstoffe des Tabaks herausfiltert. Im Gegenteil, durch den kühlenden Effekt des Wassers kann ein größeres Rauchvolumen tiefer inhaliert werden, als beim Rauchen einer Zigarette. Werden bei der Zigarette pro Zug ca. 35 ml Rauch inhaliert, so sind es bei Wasserpfeifen ein halber bis ein Liter des gefährlichen Rauchgemisches. Die Gesundheitsrisiken des Wasserpfeifenrauchens sind dieselben und in manchen Bereichen sogar größer, als jene des Zigarettenrauchens.
Über das Risiko der Suchtgefahr und die gesundheitlichen Risiken durch Schadstoffe im Rauch, wie z. B. Verschlechterung der Lungenfunktionen, Tumorenerkrankungen und gehäuftes Auftreten von koronaren Herzerkrankungen hinaus, kann die gemeinschaftliche Nutzung von Wasserpfeifen auch die Übertragung von Infektionskrankheiten (zB Herpes, Hepatitis, selten Tuberkulose, aber auch Pilzinfektionen) begünstigen.
(Quellen: sfa – Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme 2007; Ärzte Woche 21. Jahrgang, Nr.27; BfR – Bundesinstitut für Risikobewertung 2005)