Der Begriff "Sucht" wurde lange Zeit vor allem mit körperlicher Abhängigkeit von Substanzen gleichgesetzt. Kriterien wie Toleranzentwicklung, Kontrollverlust und körperliche Entzugssymptome standen im Vordergrund. In der jüngeren Geschichte wird es allerdings immer üblicher den Begriff "Sucht" auch auf psychische und soziale Abhängigkeit sowie auf nicht substanzgebundene Süchte wie Spielsucht, Kaufsucht, Arbeitssucht,... auszudehnen.
Um zu vermeiden, dass der Suchtbegriff beliebig verwendet wird, ist es allerdings notwendig, auch in Zusammenhang mit nicht substanzgebundenen Süchten klare Grenzen zu ziehen und darauf zu bestehen, dass Sucht Krankheitscharakter hat und nicht mit "Gewohnheit", oder der natürlichen Abhängigkeit von Nahrung, Kleidung,... gleichzusetzen ist.
Es ist deshalb sinnvoll den Konsum von Substanzen aber auch den Einsatz bestimmter Verhaltensweisen in folgende Kategorien einzuteilen:
Experimenteller Konsum
Im Vordergrund eines experimentellen Gebrauchs steht häufig die Neugierde. Die Bezeichnung "experimenteller Gebrauch" sagt aber nichts über eine damit eventuell verbundene gesundheitliche Gefährdung oder Schädigung aus. So kann es z.B. auch ohne dass ein süchtiges Verhalten vorliegt zu einer Alkoholvergiftung, zu einem Unfall,... kommen.
Unschädlicher Konsum
Hier kann wieder zwischen einem "gelegentlichen, unschädlichen Gebrauch", bei dem oft Genuss das Hauptmotiv für den Konsum darstellt, und einem "regelmäßigen, unschädlichen Gebrauch", bei dem eher Gewohnheit im Vordergrund steht (z.B. der Bürokaffee,...), unterschieden werden.
Schädlicher Konsum
Von schädlichem Gebrauch bzw. Konsum kann man sprechen, wenn Risiken, Störungen oder Schäden nach dem Konsum im körperlichen (z.B. Erbrechen, Unfälle,...), seelischen (z.B. Verlust anderer Interessen,...) oder sozialen Bereich (z.B. finanzielle Einbußen, Konflikte,...) auftreten.
Süchtiger Konsum
Der Begriff Sucht inkludiert sowohl "physische", "psychische" als auch "soziale Abhängigkeit". Allen Definitionen ist gemeinsam, dass sich das Phänomen der Sucht nicht von heute auf morgen einstellt, sondern einen dynamischen Prozess darstellt.