Rauchen und Lunge

Rauchen gelangt über den Atemtrakt und die Lunge ins Blut und von dahin überall in den Körper. Obwohl Tabakkonsum jedes (!) Organ des Körpers schädigen kann, sind die Lunge und der gesamte Atemtrakt des Körpers besonders betroffen.

Chronische Bronchitis

Husten am Morgen nach dem Aufwachen ist nahezu jedem Menschen bekannt, der jahrelang täglich raucht. Früher "Raucher-Husten" genannt, hängt die chronische Bronchitis sehr stark mit dem Rauchen zusammen. Das zeigt sich beispielsweise in einer schwedischen und einer amerikanischen Studie. Rauchstopp kann gerade chronische Bronchitis stark verringern oder heilen.

Lungenkrebs

Dass Rauchen Lungenkrebs auslösen kann, wird in der Öffentlichkeit wohl am häufigsten mit dem Rauchen assoziiert, und das zurecht. So erkranken Rauchende im Vergleich zu Nichtrauchenden mit bis über 20 Mal höherer Wahrscheinlichkeit an Lungenkrebs, wie eine Metaanalyse von 216 Studien resümiert. Das Risiko für die Entwicklung von Lungenkrebs steigt mit dem Konsum. Je mehr und je länger jemand schon raucht, desto eher entwickelt sich also Lungenkrebs.

In Deutschland sind jährlich rund 19 Prozent aller Krebserkrankungen tabak-assoziiert. Im Jahr 2018 waren dies 85.000 Neuerkrankungen. Sie entstanden also ursächlich durch das Rauchen. Bei Lungenkrebs sind die Zahlen deutlich höher, zeigt eine Studie: Rund 85 Prozent aller Todesfälle durch Lungenkrebs werden durch das Rauchen verursacht (83 Prozent bei den Frauen und 89 Prozent bei den Männern).

COPD

Häufige Folge des Rauchens ist auch die Entwicklung einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease, COPD). COPD führt dazu, dass die Lungenbläschen ihre Funktion nicht mehr erfüllen können und sich die Aufnahme von Sauerstoff dadurch verringert. Betroffene können aus der Luft nicht ausreichend Sauerstoff entnehmen und verarbeiten.

Rund 40 bis 50 Prozent der lebenslang Rauchenden bekommen COPD, zeigt eine Metaanalyse. Von den Todesfällen infolge COPD sind bei Frauen 70 und bei Männern 83 Prozent durch das Rauchen verursacht. Das zeigt eine Analyse der Deutschen Todesursachen. Belegt ist auch der große Nutzen des Rauchstopps bei COPD: Selbst nach erfolgter COPD-Diagnose ist das Aufhören sinnvoll. Es kann das Voranschreiten von COPD bremsen.

Sonstige Erkrankungen von Lunge und Atemwegen

Auch der Zusammenhang mit anderen Erkrankungen, die Lunge und Atemwege betreffen, ist gut belegt: Wer raucht, hat ein deutlich erhöhtes Risiko, an Asthma, Lungenentzündung, Tuberkulose oder einer krankhaften Aufblähung der Lunge (Emphysem) und Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf) zu erkranken.

E-Zigaretten / Tabakerhitzer und Lunge

Im Vergleich zum Rauchen von Tabakwaren haben E-Zigaretten weniger negative Auswirkungen auf den Körper. Aber im Vergleich zum Nichtrauchen haben E-Zigaretten mehr negative Auswirkungen auf den Körper. Es gilt also: Tabakwaren sind schädlicher als E-Zigaretten, und E-Zigaretten sind schädlicher als Nichtrauchen.

Auch E-Zigaretten schaden also der Gesundheit. Dementsprechend können auch E-Zigaretten Lunge und Atemwege schädigen, zeigen Studien. So haben E-Zigaretten-Raucher doppelt so häufig chronische Bronchitis wie Nichtrauchende und sind anfälliger für Asthma.

Von ausschließlichem Konsum von Tabakerhitzern sind keine Studien zu Auswirkungen auf Lunge und Atemwege bekannt. Es ist jedoch naheliegend, dass ihre Schädlichkeit zwischen E-Zigaretten und Tabakerzeugnissen angesiedelt ist.


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