Nikotin

Nikotin ist der wichtigste chemisch isolierte Wirkstoff von Tabak. Nikotin ist dafür verantwortlich, dass Tabak abhängig macht. Benannt wurde dieser Stoff nach Jean Nicot, der im 18. Jahrhundert die Tabakpflanze nach Europa brachte.

Mit dem Rauch einer Zigarette gelangen etwa 0,5 bis 1,5 Milligramm Nikotin ins Blut. Über den Blutkreislauf kommt Nikotin in den gesamten Körper und aktiviert bestimmte Rezeptoren. Binnen 7 bis Sekunden setzt im Gehirn die Wirkung des Nikotins ein, wobei der Höhepunkt nach rund 30 Sekunden erreicht wird. Über die Wirkung im Gehirn kann Nikotin bereits innerhalb kurzer Zeit abhängig machen. Es gibt dabei keine Grenze, bis zu der Nikotin sicher nicht süchtig macht.

Nikotin macht süchtig, unabhängig von der Konsumform

Es ist egal, ob Nikotin mit oder ohne Tabak konsumiert wird. Die klassische Verbrennungszigarette kann also genauso abhängig machen wie die E-Zigarette, der Tabakerhitzer ebenso wie der Nikotinbeutel. Nikotin macht süchtig. Punkt.

Verantwortlich dafür ist seine Wirkung auf das Gehirn. Nikotin stimuliert den Nucleus Accumbens, das Belohnungszentrum des Gehirns. Dadurch wird Dopamin ausgeschüttet. Nikotin wird als angenehm empfunden, der Körper will mehr. Nikotin kann körperlich und psychisch abhängig machen.

Das Besondere an Nikotin ist sein "bivalentes Wirkungsspektrum", also seine Fähigkeit, gegensätzliche Wirkung zu haben. Nikotin kann nämlich sowohl anregend als auch entspannend sein. Es ruft im Körper vielfältige Reaktionen hervor, wobei die Wirkung von der Dosis, der körperlichen Verfassung der Rauchenden und der Ausgangsstimmung abhängt. Geringe Mengen von Nikotin, wie sie beim Rauchen aufgenommen werden, erhöhen Blutdruck und Herzfrequenz. Sie wirken anregend. Hohe Dosen verursachen das Gegenteil, senken also Blutdruck und Herzfrequenz.

Nikotin gefährdet die Gesundheit

Besonders schädlich ist Nikotin in Kombination mit Tabak, und hier wiederum in erhöhtem Maß, wenn es durch Verbrennung konsumiert wird. Die klassische Tabakzigarette ist demnach eine besonders schädliche Konsumform.

Aber auch ohne Tabak - etwa in Form der E-Zigarette konsumiert - ist Nikotin gefährlich für die Gesundheit. Denn es ist ein Nervengift. Das Rauchen von Nikotin kann zu Vergiftungserscheinungen von Übelkeit und Schwindel bis zu verminderter Herzfrequenz führen.

Der Konsum von Nikotin bewirkt, dass der Körper ständig entgiften muss. Das führt zu gedämpftem Appetit, schlechterer Durchblutung und Absinken der Hauttemperatur. Es kann auch die Empfindlichkeit für Schmerz erhöhen und die Produktion von Urin hemmen. Außerdem führt Nikotin zu einer Verengung der Blutgefäße, was den Blutdruck ansteigen lässt und die Gefahr für Thrombosen erhöht.

Nikotin beeinflusst auch die Spaltung, die Vervielfältigung, das Überleben und die Wanderung der Zellen. Über diese Prozesse fördert anhaltender Nikotinkonsum wahrscheinlich Erkrankungen wie Atherosklerose und Typ-2-Diabetes und schwächt das Immunsystem. In Zellkulturen und in Tierversuchen löst Nikotin Krebs aus und fördert das Krebswachstum, resümiert das Deutsche Krebsforschungszentrum die Datenlage.

Auch ohne die Kombination mit Tabak steht Nikotin daher im Verdacht, Krebs auszulösen und Krebs zu fördern. Nikotin verlängert die Lebensdauer von Krebszellen und regt sie zur Wanderung im Körper (Metastasen) an. Versuche mit Tumorzellen weisen auch darauf hin, dass Nikotin die Wirkung von Therapien vermindert. Chemotherapie wirkt demnach schlechter, wenn Nikotin konsumiert wird.

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