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Krankheit regt zum Rauchstopp an

Wer raucht, hat eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken. Die Diagnose „Krebs“ ist ein stressiges Lebensereignis. Wie aber wirkt sie sich auf das Rauchen aus? Und was bewirkt ein Rauchstopp nach der Diagnose? Darum geht es im Folgenden.

Was als Alltagswissen bekannt ist, wurde durch eine große Studie bestätigt: Wer eine Krebsdiagnose erhalten hat, ist eher bereit, mit dem Rauchen aufzuhören. Eine große US-amerikanische Studie an mehr als 380.000 Menschen ergab, dass ein Viertel der Befragten (24,5 Prozent) vor ihrer Krebsdiagnose geraucht hatten. Die Wahrscheinlichkeit zum Rauchstopp stieg mit jedem Jahr nach der Diagnose. Je älter und besser ausgebildet die Patient*innen waren, desto eher hörten sie mit dem Rauchen auf. Auch eine Krebsart, die im Allgemeinwissen mit dem Rauchen assoziiert ist, regte zum Rauchstopp an. Die geringste Wahrscheinlichkeit, nach der Diagnose „Krebs“ mit dem Rauchen aufzuhören hatten Menschen, die unter der Armutsgrenze leben.

Eine weitere Studie zeigt: Rauchende, die nach einer Krebsdiagnose mit dem Rauchen aufhören, können damit ihrer Gesundheit erheblich nutzen: Ein Rauchstopp verbessert die Wirksamkeit der Behandlung, verringert die Komplikationen sowie das Wiederauftreten von Krebs und erhöht die Überlebensraten.

Dass das Angebot von Unterstützung einen Unterschied im Erfolg bewirkt, zeigt eine weitere Studie, die sich mit dem Rauchstopp nach Krebsdiagnosen beschäftigt: Dabei wurden die Patient*innen per Zufall in zwei Gruppen geteilt: Die „Standardgruppe“ erhielt Beratung zum Rauchstopp und Beratung zu medikamentöser Unterstützung. Die „Intensivgruppe“ bekam zusätzliche Beratungstermine über einen längeren Zeitraum und bei Bedarf Medikamente. In beiden Gruppen zeigte die Kombination von Krebsdiagnose und aktiver, professioneller Rauchstopp-Begleitung im Krankenhaus Erfolg. Mehr Abstinenz gab es allerdings in der „Intensivgruppe“.

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