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Ein Netz von Anfang an - Fachtagung Frühe Hilfen

Am 18. September 2013 fand im Audimax der FH JOANNEUM in Graz die Fachtagung der Steiermark zum Grundlagenprojekt „Frühe Hilfen“ statt. An der Tagung nahmen rund 130 Personen aus relevanten Praxisfeldern und Fachbereichen teil, um einen Einblick in das Thema der „Frühen Hilfen“ zu bekommen und sich untereinander auszutauschen. Frühe Hilfen sind ein Bündel an miteinander vernetzten Interventionen, die darauf abzielen Entwicklungsmöglichkeiten und Gesundheitschancen von Kindern frühzeitig und nachhaltig zu fördern. Die praxisnahen Vorträge wurden mit großem Interesse verfolgt. Besonders zu schätzen wussten die BesucherInnen dabei die Einblicke in Modellprojekte aus Deutschland und die Diskussionsmöglichkeiten sowie Vernetzungsimpulse, welche eifrig genutzt wurden.

Die ganztägige Veranstaltung wurde von VIVID - Fachstelle für Suchtprävention in Kooperation mit dem Studiengang Hebammen der FH JOANNEUM und dem steirischen Hebammengremium im Auftrag der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) durchgeführt.

Vizerektorin Doris Kiendl-Wendner, als „Hausherrin“ der FH JOANNEUM und Tanja Liebl, Vorsitzende des Hebammengremiums Steiermark begrüßten die TeilnehmerInnen.

In ihren Eröffnungsreden waren sich Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder und Stadträtin Lisa Rücker über die Wichtigkeit von frühen Vorsorgemaßnahmen für Familien und Kinder einig, wobei der Zugang zu Informationen über Angebote für Familien und eine stärkere Vernetzung als zentral betrachtet wurden. Landesrätin Edlinger-Ploder betonte, dass Hilfe anzunehmen von Eltern oft als Versagen gesehen wird und es gilt diese Hemmschwelle abzubauen. Um Eltern zu entlasten und ihnen Sicherheit und Vertrauen in ihre Kompetenzen zu geben, erachtet sie aufsuchende Angebote als wichtig.

Claudia Kahr, Geschäftsführerin von VIVID, und Moenie van der Kleyn, Leiterin des Studiengangs Hebammen führten durch ein abwechslungsreiches Programm. Neben der Ausgangslage für „Frühe Hilfen“ und aktuellen Aktivitäten in der Steiermark wurden erfolgreiche Modellprojekte aus Deutschland vorgestellt und fachliche Einblicke ins Thema gegeben.

Sabine Haas (GÖG) stellte die zentralen Ergebnisse des österreichischen Grundlagenprojekts zu „Frühen Hilfen“ vor und ging dabei auch auf die Besonderheiten der Steiermark ein. Erste Schlussfolgerungen in Hinblick auf ein „Idealmodell Frühe Hilfen“ für Österreich wurden präsentiert. So etwa ein universelles Angebot für alle Familien, gleichzeitig aber auch bedarfsgerechte Unterstützung für Familien in belastenden Situationen mittels regionaler Hilfen-Netzwerke. Besondere Stärken scheint die Steiermark im Hinblick auf die Sensibilisierung und Bereitschaft für das Thema zu haben, außerdem weist unser Bundesland auch eine breite Palette von Angeboten auf.

Verena Krammer von der steirischen Gebietskrankenkasse stellte ein Kooperationsprojekt von fünf Gebietskrankenkassen (W, NÖ, OÖ, STMK, K) gemeinsam mit der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit vor, welches die Etablierung von aufsuchenden Angeboten für belastete Familien in ausgewählten Modellregionen zum Ziel hat.

Uwe Sandvoss und  Martina Hermann- Biert erörterten am Beispiel von „Netzwerk für Familien“ in  Dormagen  - einem der bekanntesten deutschen Modellprojekte -  Nutzen und Möglichkeiten eines ganzheitlichen Kinderschutzkonzeptes bzw. Familienförderkonzeptes. Sie gaben einen ehrlichen und lebendigen Einblick in die Praxis der Vernetzung und Kooperation in multidisziplinären Projekten.

Daniela Doege, wissenschaftliche Koordinatorin des deutschen Projekts „Keiner fällt durchs Netz“, lieferte umfassende Informationen in die Rahmenbedingungen und Erfolge eines Projekts, das seit 2007 mehr als 1.800 Familien durch Familienhebammen und sozialpädiatrische FamilienbegleiterInnen unterstützen konnte.

Abschließend stellten Maria Christine Gantschnigg und Pia Englert das Hebammenzentrum Voitsberg als Beispiel für eine bereits bestehende Initiative in der Steiermark vor, die sich gut in die Angebotspalette „Früher Hilfen“ eingliedern lässt: Seit der Schließung der Gebärstation des LKH Voitsberg, gelingt es vier tatkräftigen Hebammen unter Finanzierung des Fonds Gesundes Österreich den Familien aus der Region weiterhin optimale Betreuung rund um die Geburt zu bieten.

Die Pausen standen ganz im Zeichen der Vernetzung - rund 30 Organisationen nutzten die Gelegenheit, ihre Angebote in Form von Postern vorzustellen und in den Austausch mit Entscheidungsträgerinnen und –trägern und Praxisexpertinnen und –experten zu treten.

VIVID – Fachstelle für Suchtpräventionen bedankt sich bei den zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Kommen und ihr Interesse am Projekt Frühe Hilfen sowie allen Kooperationspartnern für die großartige Unterstützung!

Fotos der Veranstaltung finden Sie in unserer Fotogalerie.

Die Tagungsdokumentation besteht aus einer Tagungsmappe inklusive Kurz-Lebensläufe der Vortragenden, Abstracts der Vorträge und Poster.

Frühe Hilfen - Ausgangslage für Österreich
Dr.in Sabine Haas, Gesundheit Österreich GmbH

Präsentation

Auf die Haltung kommt es an - Frühe Hilfen und Präventionsketten ganzheitlich gedacht!
Das Dormagener Modell zur Familienförderung
Uwe Sandvoss und Martina Hermann-Biert, Stadt Dormagen

Präsentation

Pilotprojekt Frühe Hilfen in der Steiermark
Mag.a (FH) Verena Krammer, MPH, Steiermärkische Gebietskrankenkasse

Präsentation

Keiner fällt durchs Netz
Ergebnisse und Erfahrungen aus einem Modellprojekt der Frühen Hilfen Deutschland
Dipl.-Psych.in Daniela Doege

Präsentation

Hebammenzentrum Voitsberg - neue Wege gehen
Maria Christine Gantschnigg und Pia Englert, BSc

Präsentation