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Cannabis
Der
Stoff
Cannabis ist die lateinische Bezeichnung für den indischen Hanf.
Hanf wächst in fast allen Klimazonen der Erde und wurde von Zentralasien
nach Europa und Nord- und Südamerika verbreitet. Produkte daraus
sind:
· Marihuana (Gras): getrocknete Blüten, Blätter
und Stengelspitzen
· Haschisch (Dope, Shit): zu Klumpen oder Platten gepresstes
Harz v.a. der Blüten
· Haschischöl: dickflüssiges Haschischkonzentrat
Cannabisprodukte werden meist in Form von "Joints"(mit Tabak
vermischt) oder pur über Pfeifen oder Wasserpfeifen geraucht, seltener
auch getrunken (Haschtee oder Kakao) oder gegessen (Kuchen, Kekse, space
cakes).
Cannabis enthält ca. 460 Stoffe, der berauschende darin ist das Delta-9-Tetra-hydro-cannabinol
(THC). Die Konzentration von THC ist unterschiedlich je nach Sorte des
Hanfs- und Pflanzenteil; am höchsten ist sie im Haschischöl,
am niedrigsten in Marihuana.
Wirkung
von Cannabis
Beim Rauchen tritt die Wirkung in der Regel direkt nach dem Konsum ein
und dauert je nach Dosis und Stoffqualität ein bis vier Stunden.
Der Rausch endet nicht abrupt, sondern klingt langsam aus. Bei der oralen
Einnahme von Cannabis baut sich die Wirkung erst langsam auf. Oft ist
sie erst nach viel später nach der Einnahme bemerkbar und kann zwei
bis 10 Stunden andauern. Die Dosierung ist daher wesentlich schwieriger,
da der Rausch verzögert eintritt.
Wie Cannabis wirkt, hängt von vielen Faktoren ab: Wie es konsumiert
wird (Rauchen oder Essen), wie hoch die Konzentration von THC ist, in
welcher Umgebung es konsumiert wird und vor allem auch in welcher Stimmung
und Befindlichkeit sich die KonsumentInnen befinden - Cannabis verstärkt
nämlich häufig die Grundstimmung, sowohl positiv als auch negativ.
Bei Ängstlichkeit, Bedrücktheit oder psychischen Problemen sollte
daher auf jeden Fall auf den Konsum verzichtet werden!
Der Konsum von Cannabis führt zu Stimmungs- und Wahrnehmungsveränderungen
(höhere Empfindlichkeit für Licht, Musik, Farben, Lachdrang),
veränderter Zeitwahrnehmung, Konzentrationsstörungen und Verlangsamung
der Reaktionszeiten. Cannabis-Konsum bewirkt Gefühle wie Entspannung,
innere Ruhe, Ausgeglichenheit, Wohlbefinden, leichte Euphorie und eine
Befreiung von Ängsten.
Im Gehirn bindet sich THC an die sog. Cannabinoid-Rezeptoren, deren
genaue Funktionen noch nicht bekannt sind. Eine große Anzahl dieser
Cannabinoid-Rezeptoren befindet sich in einer Gehirnstruktur, die für
das Merken neuer Inhalte zuständig ist. Das erklärt, warum Personen
sich unter dem Einfluss von Cannabis kaum etwas merken können und
eine veränderte Zeitwahrnehmung haben. Weitere Cannabinoid-Rezeptoren
finden sich am Kleinhirn, der Gehirnregion, die für automatische
Bewegungen wie gehen verantwortlich ist (daher die Koordinationsschwierigkeiten
unter Einfluss von Cannabis).
Auf den Körper wirkt Cannabis meist anregend (Pulsbeschleunigung,
Austrocknen der Mundschleimhäute, erweiterte Pupillen), später
dann entspannend und einschläfernd.
Risiken
von Cannabis
Cannabis kann zu Übelkeit, Schwindel und auch zu Angstzuständen
führen, v.a. bei erstmaligem Konsum. Bei hohen Dosen kann es neben
Kreislaufproblemen zu unangenehmen Intensivierungen emotionaler Reaktionen
und leichten Veränderungen von Sinneseindrücken, im schlimmsten
Fall zu Paranoia und depressiven Verstimmungen kommen.
Hoher Cannabiskonsum über längere Zeit kann zu
Verminderung der Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Lernfähigkeit
führen sowie zu Gedächtnisproblemen. Außerdem kommt es,
ähnlich wie bei ZigarettenraucherInnen, zu einer gesteigerten Anfälligkeit
für Atemwegsbeschwerden wie Bronchitis, Luftröhren- und Lungenentzündung.
Schäden für das Immunsystem und die Erbanlagen können nicht
ausgeschlossen werden.
Don´t
mix with
Der auftretende Durst beim Abklingen der Wirkung sollte nicht mit Alkohol
gelöscht werden. Einige KonsumentInnen benützen Cannabis "zum
Runterkommen" von aufputschenden Drogen wie Speed oder Ecstasy. Die
Wirkung dieser Substanzen kann dabei gedämpft und verringert werden,
kann aber auch zum Gegenteil führen und die Rauschwirkung verstärken.
Mischkonsum stellt eine noch stärkere Belastung für den Körper
dar und macht Angstzustände sowie erschreckende Halluzinationen wahrscheinlicher.
Macht
Cannabis süchtig?
Cannabis macht körperlich nicht abhängig, kann aber zu psychischer
Abhängigkeit führen, die bei regelmäßigem Konsum
(täglich "einrauchen") entstehen kann. Der Konsum von Cannabis
kann zur Gewohnheit werden, da die Wirkung als angenehm empfunden wird
und viele es gut finden, gemeinsam mit anderen zu konsumieren. Stimmungen
wie Ärger oder Frust können durch Cannabis kurzfristig beeinflusst
werden, langfristig wird die Grundstimmung durch regelmäßigen
Konsum jedoch schlechter, und es gibt immer mehr Anlässe zu "kiffen".
Cannabis kann damit zum ständigen Begleiter, zur Fluchtmöglichkeit,
zum scheinbaren Problemlöser werden, es wird nach und nach verlernt,
anders mit Gefühlen umzugehen.
Typische Anzeichen für eine psychische Abhängigkeit sind
z.B.:
· Regelmäßiger und dauerhafter Konsum
· Sich nicht vorstellen zu können, den Alltag ohne Cannabis
gut durchzustehen
· Innerlich unruhig werden, wenn nichts mehr zu rauchen da ist
· Nervös, gereizt und angespannt zu sein, vielleicht auch
ängstlich und depressiv zu werden, wenn man mit dem Konsum
von Cannabis aufhört
· Sich zwar vorzunehmen, nicht mehr zu konsumieren bzw. die Menge
deutlich zu reduzieren, es aber nicht zu schaffen
Rechtliche
Situation
Cannabis ist nach wie vor illegal und fällt unter die Bestimmungen
des Suchtmittelgesetzes. Der Erwerb, der Besitz, die Ein- und Ausfuhr,
die Überlassung an und Verschaffung für andere (Weitergabe und
Verkauf) sind gerichtlich strafbar und kann Geld- oder Freiheitsstrafen
nach sich ziehen. Auch die Übergabe eines Joints in einer Runde -
ohne einen Zug zu machen - kann im Prinzip strafrechtlich als Besitz oder
Weitergabe verfolgt werden.
Bei einer Anzeige wegen des Besitzes oder Erwerbs einer geringen
Menge von Cannabis zum eigenen Gebrauch wird die Anzeige von der Staatsanwaltschaft
für eine Probezeit von zwei Jahren vorläufig zurückgelegt
(§35 SMG). In diesem Fall wird von der Gesundheitsbehörde überprüft,
ob eine sog. gesundheitsbezogene Maßnahme wie ärztliche
Behandlungen und Kontrollen, Harnproben, psychologische oder psychotherapeutische
Betreuungen notwendig sind oder ob darauf verzichtet werden kann. Wenn
es innerhalb der letzten fünf Jahre keine Anzeige wegen des Erwerbs
oder Besitzes von Suchtgiften gegeben hat, kann die Staatsanwaltschaft
auf die Auskunft der Gesundheitsbehörde auch verzichten und die Anzeige
sofort zurücklegen.
Weitere Infos: Suchtmittelgesetz
Cannbis und Führerschein:
Das Führen eines Fahrzeuges unter Einfluss illegaler Drogen ist grundsätzlich
verboten. Im Unterschied zu Alkohol gibt es bei illegalen Drogen keine
einschränkenden Grenzwerte, sondern ein absolutes Verbot.
Weitere
Infos zu Cannabis findest Du auch unter Links!
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