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Essstörungen
Zu
dick - zu dünn - oder doch gerade richtig!
Beginnst du den Tag auch mit einem ängstlichen Blick auf die Waage,
kennst du viele Kalorienzahlen auswendig und isst nur selten das, was
du wirklich möchtest, sondern das, was "schlank" macht
oder hält? Das herrschende Schlankheitsideal sagt uns, dass nur Superdünne
und Durchtrainierte schön, beliebt und erfolgreich sind. Anscheinend
gehören nur solche Menschen "dazu" und dürfen mit
sich zufrieden sein. Oder hast du schon einmal eine mollige Fernsehsprecherin
oder einen Schauspieler mit schlaffen Bauchmuskeln gesehen?
Essstörungen
Essstörungen sind eine Überlebensstrategie. Über-Essen
oder Nicht-Essen können kurzzeitig ein Gefühl von Erleichterung,
Sicherheit oder Unabhängigkeit verschaffen. Weil es sich dabei immer
nur um eine kurzfristige Befriedigung oder Entspannung handelt, braucht
es Wiederholungen. Diese Wiederholungen werden zwanghaft und geraten außer
Kontrolle.
Der Satz "Ich kann ja damit aufhören, wenn ich will" zeigt,
dass jemand schon in seelischen Nöten steckt und sein suchtartiges
Verhalten nicht mehr ohne Weiteres aufgeben kann. Hier ist einfühlsame
professionelle Hilfe immer nötig, damit Selbstvertrauen und die eigenen
Stärken wieder entwickelt werden können.
Magersucht
Die häufigste Essstörung bei jungen Mädchen ist die Magersucht.
Aber: Nicht alle, die sehr dünn sind, sind deswegen gleich magersüchtig!
Anzeichen dieser Störung sind, wenn jemand
· Innerhalb kurzer Zeit abnimmt (ein Fünftel des Ausgangsgewichtes)
· Ständig an (Nicht)Essen, Kalorien und ans Aussehen denkt
· Sich zu dick fühlt, obwohl er oder sie bereits untergewichtig
ist
· Übertrieben aktiv und perfektionistisch ist
· Nicht sehen will, dass dieses Verhalten in eine Sackgasse führt
Magersüchtige hungern, um sich und anderen zu zeigen, dass sie stark,
unabhängig und diszipliniert sind. Betroffene kapseln sich im Verlauf
der Erkrankung immer stärker ab. Sie leiden unter depressiven Verstimmungen.
Ihre extremen Einstellungen machen den Umgang mit ihnen schwer. Ein Alarmsignal
für Angehörige und Freunde ist es, wenn die/der Magersüchtige
apathisch reagiert, kraftlos ist und beim kleinsten Konflikt zu weinen
beginnt. Hier ist es höchste Zeit für einen Arztbesuch.
Ess-Brechsucht
Nach außen hin sind bulimische Männer und Frauen unauffällig,
meistens schlank, zumindest normalgewichtig. Nach außen funktionieren
sie überhaupt perfekt. Sie legen ein eher kontrolliertes Essverhalten
an den Tag (was in unserer Gesellschaft ja als normal und oft sogar erwünscht
gilt). Das einzig Auffällige ist mitunter eine extreme sportliche
Betätigung, die aber heute kaum jemanden erstaunt.
Die Bulimie ist eine heimliche Erkrankung. Die Betroffenen ekeln sich
vor sich selbst und im Gegensatz zu den Magersüchtigen wissen sie,
dass mit ihnen "etwas nicht stimmt". Mit der Zeit kommt es zu
depressiven Gefühlen und Vereinsamung. Viele brechen erst nach Jahren
aus ihrer Heimlichkeit aus und nehmen therapeutische Hilfe an.
Ess-Sucht
Nicht alle nach außen sichtbar Übergewichtigen sind esssüchtig,
aber viele sind vom sogenannten "binge eating" geplagt. Das
heißt, sie essen oft sehr schnell und sehr viel bis zu einem unangenehmen
Völlegefühl.
Sie wissen oft nicht, wann sie hungrig sind und wann sie satt sind. Aus
Schamgefühl essen viele alleine und haben Schuldgefühle nach
dem Essen. Deshalb funktionieren Diäten nicht. Nach Diäten nehmen
Menschen mehr zu als sie abgenommen haben. Eine "zusätzliche
Hülle" ist aber nicht nur lästig, sie kann ja auch die
Aufgabe eines Schutzschildes haben. Sich trauen seine Gefühle und
Stimmungen sich und anderen zuzumuten hieße, dass der Schutzschild
nach und nach nicht mehr benötigt wird. Dann hat auch eine Änderung
des Essverhaltens eine Chance.
Weitere
Infos zu Essstörungen findest Du auch unter Links!
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