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Heroin
Der
Stoff
Heroin (Diacetylmorphin) - auch Sugar, H (wie engl. "Age"),
oder Braunes genannt - ist ein halbsynthetisches Opioid und wird aus dem
eingetrockneten Milchsaft des Schlafmohns gewonnen.
Es wird zumeist als braunes Pulver oder in Kristallform gehandelt und
enthält in der Regel zusätzliche andere Substanzen wie zum Beispiel
Milchzucker, Traubenzucker, Aspirin und andere Arzneimittel. Um die Wirkung
zu erhöhen, werden auch Mischungen mit anderen Drogen wie Kokain
("Speedball") verkauft, die aufgrund ihrer unkalkulierbaren
Zusammensetzung zu Überdosierungen führen können.
Heroin kann unterschiedlich konsumiert werden, meist wird es gespritzt
("gefixt") oder inhaliert ("Folienrauchen"). Der hohe
Anteil des Spritzens bei Konsumenten lässt sich mit der raschen Aufnahme
ins Blut und der intensiven Wirkung im Gehirn erklären. Folienrauchen
wird oft von EinsteigerInnen praktiziert, und zwar in der Meinung, dass
dies weniger rasch süchtig macht - das ist allerdings ein Irrtum.
Wirkung
Je nach Anwendung setzt die Wirkung nach ein paar Sekunden (spritzen,
inhalieren) oder mit einiger Verzögerung ein (rauchen). Die Wirkung
hängt von Qualität, Menge, Einnahmeform sowie von körperlichen
Voraussetzungen wie Gewicht oder Geschlecht ab. Die Wirkungsdauer beträgt
ca. drei bis fünf Stunden.
Heroin beeinflusst das "Belohnungssystem" im Gehirn. Die unmittelbare
Wirkung ist ein überwältigendes Hochgefühl und wird vor
allem durch intravenös gespritztes Heroin ausgelöst. Diese Gefühle
von Glück und Lust gehen über in einen Zustand der inneren Wärme,
des Wohlbefindens und der Gleichgültigkeit gegenüber Außenreizen.
Das Schmerzempfinden wird weitgehend ausgeschaltet, zugleich nimmt das
Selbstvertrauen zu, Ängstlichkeit und Anspannung lassen nach.
Risiko
Bei allen Formen des Konsums, auch beim Inhalieren, kann sich schnell
eine psychische und körperliche Abhängigkeit einstellen. Um
immer wieder die gewünschte Wirkung zu erreichen, muss die Dosis
ständig gesteigert werden. Im Spätstadium der Sucht wird die
angenehme Wirkung nicht mehr erzielt - sie besteht nur noch im Nachlassen
des (Entzugs-)Schmerzes und ist von kurzer Dauer. Neben geistigen Beeinträchtigungen
wie Konzentrationsstörungen und Erinnerungslücken sind eine
undeutliche Sprache oder Koordinationsstörungen negative Begleiteffekte.
Wichtige Körperfunktionen wie die Atemfrequenz oder die Verdauung
werden stark reduziert.
Das hohe Abhängigkeitspotential von Heroin zeigt sich auch darin,
dass beim Absetzen der Substanz Entzugssymptome wie Zittern und Schwitzen,
starke Gliederschmerzen, Muskel- und Bauchkrämpfe, Depressionen und
Halluzinationen sowie Schlafstörungen auftreten.
Beim Spritzen können unsachgemäße und unsterile Injektionen
(bereits benutzte Spritzen und Spritzenbesteck) Blutvergiftungen, Hautentzündungen,
Abszesse und vor allem HIV-Infektionen (Aids) und Leberinfektionen (vor
allem Hepatitis C) hervorrufen und übertragen.
Eine Gefahr der Überdosierung ist vor allem dadurch gegeben, dass
nicht klar ist wie rein das Heroin im gekauften Stoff tatsächlich
ist und wie weit der Stoff verunreinigt ist.
Bei Mischkonsum mit alkoholischen Getränken und Schlaf- oder Beruhigungsmitteln
kann es zu schwer einschätzbaren Risiken kommen, die Gefahr einer
Überdosierung oder Atemlähmung steigt stark an. Mischkonsum
mit Aufputschern wie Kokain führt aufgrund entgegengesetzter Wirkungen
zu extremen körperlichen Belastungen.
Bei Überdosierungen und Bewusstlosigkeit: Erste Hilfe leisten, sofort
Notarzt oder Rettung rufen: 144 ! Zögere nicht, medizinische
Hilfe in Anspruch zu nehmen! Jede ärztliche Hilfe fällt unter
die Verschwiegenheitspflicht!
Rechtliche
Situation
Heroin und andere Opiate fallen unter die durch das Suchtmittelgesetz
verbotenen Substanzen. Besitz, Handel etc. sind strafbar.
Weitere Infos: Suchtmittelgesetz.
Soziale
Folgen
Da Heroin eine illegale Droge ist, die auf dem Schwarzmarkt gehandelt
wird, ist der Preis hoch. Die beim Konsum immer höheren Dosierungen
führen dazu, dass das für den Stoff notwendige Geld oft nur
noch über Beschaffungskriminalität oder Prostitution aufgetrieben
werden kann. Hohe Schulden und soziale Benachteiligung sind häufig
die Folgen, Abhängige verlieren nach und nach den Kontakt zu ihren
FreundInnen.
Weitere
Infos zu Heroin findest Du auch unter Links!
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