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Ecstasy

Unter dem Begriff Ecstasy - auch XTC, Adam, Empathy oder einfach E genannt - faßt man eine Gruppe vollsynthetisch hergestellter Drogen zusammen. Ecstasy kommt als Tablette (oder Kapsel) in unterschiedlichen Farben, Formen und Größen auf den Markt. Ecstasy hat einen bitteren Geschmack und gehört von Zusammensetzung und Wirkung her zu den Entaktogenen ("die das Innere Berührenden"). Chemisch gesehen handelt es sich dabei um Amphetamin-Abkömmlinge, bei denen die Grundstruktur des Amphetamin jedoch erhalten ist. Zu diesen Amphetamin-Derivaten zählen verschiedene Stoffe, die unter den Abkürzungen DOB, MBDB, MDA, MDE, MDEA und MDMA bekannt geworden sind.

Verschiedene chemische Analysen zeigten allerdings, dass häufig auch andere Substanzen - z.B. Speed, verschiedene Medikamente oder Placebos - als Ecstasy verkauft werden. Sogar genau gleich aussehende Pillen können völlig unterschiedliche Chemie-Mixturen mit unberechenbarer Wirkung enthalten.

Wie wirkt Ecstasy?

Je nach Chemiemix, persönlicher Stimmungslage, körperlichem Allgemeinzustand sowie der Dosierung und der Umgebung wirkt XTC unterschiedlich.

Ecstasy wirkt direkt aufs Gehirn. Die Wirkung setzt nach 20 bis 60 Minuten ein und hält etwa vier bis sechs Stunden an. Ecstasy bewirkt vor allem eine vermehrte Freisetzung des Neurotransmitters Serotonin. Es kommt zu einer Reduzierung des Hunger- und Durstgefühls, zu einer erhöhten Wachheit und Aufmerksamkeit, zu einer Erhöhung der Körpertemperatur und des Blutdrucks sowie zu einer Verstärkung von Gefühlen und zu Zuständen wie Glück und Euphorie. Durch den ganzen Körper geht ein Rieseln, der Mund wird trocken, manchmal fühlen sich Arme, Beine und Kiefer steif an. Die Körpertemperatur steigt, die Pupillen erweitern sich und das Herz schlägt schneller. Übelkeit und leichter Brechreiz sind möglich. Als weitere Nebenwirkungen können Ängste, Schreckensvisionen und Schlafstörungen auftreten.

Ecstasy gilt als "heartopener". Häufig wird von Euphorie, Glückseligkeit, trance-ähnlichen Zuständen und dem Wunsch nach Nähe und vertrauten Gesprächen berichtet. Es kann zu einer Intensivierung der Körperwahrnehmung und einem stärkeren Empfinden von Musik kommen.

Das "Herunterkommen" kann viele Stunden dauern - oft gefolgt von Erschöpfung, Müdigkeit, Lustlosigkeit, Unkonzentriertheit und manchmal auch von depressiven Verstimmungen. Der Kater kann bis zu zwei, drei Tagen anhalten.

Risiken von Ecstasy

Bei häufigem Gebrauch nehmen die gewünschten Wirkungen von Ecstasy ab, die unangenehmen Nebenwirkungen nehmen zu. Es nützt in Folge nichts, die Dosis zu erhöhen, nur die Nebenwirkungen steigen rapide an. Die volle Rauschwirkung von Ecstasy baut sich erst nach ca. 3-6 Wochen Abstinenz erneut auf. Ecstasy schwächt auch das Immunsystem - man bekommt leichter Infektionskrankheiten, Grippe, Erkältungen. Schädigungen innerer Organe (Leber, Niere) sind durch Abbauprodukte im Stoffwechsel möglich.

Tierexperimente lassen auch bei Menschen irreparable Hirnschäden beim Langzeitkonsum befürchten. Auch wenn es noch keine endgültigen Erkenntnisse gibt, dürfte es vor allem bei hohen und wiederholten Dosierungen und nach zu kurzen Pausen vor einer abermaligen Einnahme zu bleibenden Störungen im Gehirn kommen.

Eine große Gefahr von Ecstasy sind Überhitzung und Flüssigkeitsverlust: Die Wirkung von Ecstasy reduziert das Durstgefühl - kombiniert mit stundenlangem Tanzen bei hohen Temperaturen und zuwenig Flüssigkeitszufuhr, entstehen sehr leicht Probleme - von Herzrasen bis zu einem Hitzschlag können die Folgen reichen. Die Körpertemperatur kann bis zu 41°C ansteigen. Aus diesem Grund werden bei Raves häufig Ruhezonen ("Chill-out-areas") eingerichtet und Getränke angeboten.
Besonders gefährdet sind Ecstasy-User, die an Herzkrankheiten, asthmatischen Krankheiten, Epilepsien oder anderen Krankheiten leiden. Auch Diabetiker und Schwangere sollten Ecstasy auf keinen Fall konsumieren.

Grundsätzlich gilt: wer sich körperlich oder psychisch nicht gut fühlt, sollte Ecstasy auf alle Fälle meiden. Wenn du selbst nicht in guter Verfassung bist, helfen dir Drogen nicht wirklich. Denn Ecstasy und andere Drogen verstärken vor allem die Stimmungen, die du schon in dir hast.

Don´t mix with...
Der gleichzeitige oder kurz aufeinanderfolgende Konsum unterschiedlicher Substanzen belastet Körper und Geist viel stärker als der Konsum einer Substanz. Zudem sind die Wirkungen nicht wirklich vorhersehbar und von mal zu mal verschieden.

Ecstasy und Cannabis
Bei einigen Parties ist es Mode geworden zum "Chill-out" Haschisch zu rauchen. Beim "Runterrauchen" mit Cannabis kann es jedoch zu einem Wiedereinsetzen der Ecstasy-Wirkungen, zu großen Ängsten, Halluzinationen und Panik kommen.

Ecstasy und Alkohol
Bei gleichzeitigem Konsum mit Alkohol wird die Wirkung der Amphetamin-Derivate reduziert, die Nebenwirkungen nehmen jedoch stark zu. Alkohol belastet die Organe Leber und Niere zusätzlich und trocknet den Körper weiter aus. Dadurch kann es leichter zu Wärmestaus und Überhitzungserscheinungen kommen.

Ecstasy und Koffein
Kaffe, Energydrinks sowie Guarana und Poppers verstärken kurzfristig den aufputschenden Effekt von Ecstasy, führen allerdings auch zu einer raschen Entkräftung des Körpers. Das Risiko von Schwindelanfällen, Herzrasen und anderen Herz-, Kreislaufbeschwerden steigt.

Ecstasy und Medikamente

Bei einer Kombination von Antidepressiva (v.a. MAO-Hemmer, Trizyklika) und Ecstasy kann es zu einer extremen Serotoninkonzentration im Gehirn und dadurch zu Krampfanfällen, epileptischen Anfällen, Bewusstseinsstörungen und Kollaps kommen. Der Kombination von Ecstasy mit dem Anti-AIDS-Mittel Ritonavir® werden erhebliche gesundheitliche Gefahren nachgesagt.

Ecstasy und Speed
Speed und Ecstasy belasten Körper und Geist. Neurotoxische Wirkungen von Ecstasy können durch Mischkonsum verstärkt werden. Bei einer Kombination dieser Substanzen ist der Flüssigkeitsverlust besonders hoch und negative Gefühle sowie depressive Verstimmungen können nach dem Runterkommen für einige Tage anhalten.

Ecstasy und Halluzinogene

Der gleichzeitige Konsum von Ecstasy und LSD, sowie anderen Halluzinogenen, verstärkt die schädliche Wirkung von Ecstasy auf das serotonerge System im Gehirn. Längerfristig könnte eine Kombination dieser Substanzen daher zu depressiven Verstimmungen und zu Verschlechterungen beim Einprägen und Erinnern von Gedanken führen.

Macht Ecstasy süchtig?

Bei Ecstasy entwickelt sich keine körperliche Abhängigkeit. Viel gravierender, da schwerer in den Griff zu bekommen, ist die psychische Abhängigkeit. Der Konsum von Ecstasy kann zur Gewohnheit werden, weil die Wirkung als angenehm empfunden wird und viele es gut finden, gemeinsam mit anderen zu konsumieren. Irgendwann merken sie, dass sie damit positive Stimmungen und Gefühle beeinflussen können. Wer dies häufiger macht, verlernt nach und nach, anders mit Gefühlen umzugehen. Ecstasy ist zum ständigen Begleiter, zur Fluchtmöglichkeit, zum scheinbaren Problemlöser geworden, man kann gar nicht mehr ohne ... Spaß haben, ...Leute kennenlernen, ...befriedigende Sexualität erleben usw.

Ein höheres Risiko, abhängig zu werden, besteht auch für sehr junge Menschen, da die Gefahr besteht, dass sie andere Möglichkeiten von Spaß und Freizeitgestaltung gar nicht erst entdecken.

Typische Zeichen für eine psychische Abhängigkeit sind z.B.:

· regelmäßiger und dauerhafter Konsum
· sich keine Party ohne Ecstasy vorstellen zu können
· innerlich unruhig zu werden, wenn es keine Pillen gibt
· nervös, gereizt und angespannt zu sein, vielleicht auch ängstlich und depressiv   zu werden,   wenn man mit dem Konsum von Ecstasy aufhört
· sich zwar vorzunehmen, nicht mehr zu konsumieren bzw. die Menge drastisch zu   reduzieren, es aber nicht zu schaffen.

Woran erkennt man die Zusammensetzung einer Ecstasy-Tablette?

Typische Ecstasy-Tabletten haben einen Durchmesser von 5 bis 13 mm und sind ca. 3 bis 5 mm hoch. Auf der Vorderseite ist meist ein Symbol zu finden (z.B. Mercedes-Stern, Hammer und Sichel etc.) oder eine Bezeichnung (z.B. ADAM). Auf der Rückseite findet sich häufig eine Bruchrille, um die Tablette portionieren zu können. Es kann aber auch eine Zahl oder eine andere Markierung als Symbol für einen bestimmten Wirkstoff eingeprägt sein. Bei gleichem Symbol oder Motiv der Ecstasy-Tablette kommen unterschiedliche Maße, Farben und Gewichte vor.

Es gibt aber auch sogenannte No Names-Tabletten, die außer einer Bruchlinie keine weiteren Merkmale tragen, und meistens weiß, grau, grün, rosa, pink, blau, gelb gefärbt sind wobei die Farbe z.T. melliert oder gesprenkelt ist. Diese No Names-Tabletten sind insofern gefährlich, da sie teilweise anderen Tabletten mit reinen Giftstoffen (z.B. Schneckenbekämpfungsmittel) sehr ähnlich sind.

Auch bei Tabletten mit dem gleichen aufgeprägten Symbol oder Motiv finden sich oftmals sehr unterschiedliche Wirkstoffe. Es ist also grundsätzlich kein Rückschluss von einem bestimmten Motiv auf einen bestimten Wirkstoff oder eine bestimmte Zusammensetzung möglich.

Aufzupassen ist bei Ecstasy - Präparaten in Kapseln. Die Kapsel ist leicht zu öffnen und unauffällig wieder zu verschließen. In diese Kapseln werden oftmals - von Zwischenhändlern - andere Drogen mit hineingegeben; dies sind sehr häufig Substanzen, von denen eine nicht unerhebliche physische und/oder psychische Abhängigkeit ausgehen kann. Man sollte daher keinesfalls vermeintliches Ecstasy in Kapselform einnehmen.

Rechtliche Situation

Ecstasy fällt unter die Bestimmungen des Suchtmittelgesetzes (SMG). Besitz, Handel etc. sind strafbar.

Weitere Infos: Suchtmittelgesetz

Ecstasy und Führerschein: Das Führen eines Fahrzeuges unter Einfluss illegaler Drogen ist grundsätzlich verboten. Im Unterschied zu Alkohol gibt es bei illegalen Drogen keine einschränkenden Grenzwerte, sondern ein absolutes Verbot.


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