"...wenn mein Vater/meine Mutter trinkt"

"...wenn du nicht mehr weiter weißt"
 

Meine Eltern trinken!

Ca. 10% der ÖsterreicherInnen haben ein Alkoholproblem, viele davon sind Mütter oder Väter. Die Angehörigen dieser Alkoholkranken leiden mit. Wenn dein Vater oder deine Mutter Probleme mit Alkohol hat, findest du hier einige Informationen.

 
Alkoholismus

Alkoholismus ist eine Krankheit. Es gibt viele mögliche Ursachen dafür; wenn jemand einmal alkoholsüchtig ist, bestimmt der Alkohol einen großen Teil seines Lebens. Ein Alkoholiker muss trinken, auch wenn er weiß, dass es für ihn schädlich ist; ein Alkoholsüchtiger ist krank und nicht willensschwach oder bösartig.

Alkoholikerfamilien
 
Wenn ein Familienmitglied alkoholkrank ist, leiden auch die anderen darunter:


· Sie müssen Aufgaben des Alkoholiker übernehmen, wenn dieser betrunken ist.

· Sie müssen widersprüchliche Gefühlsäußerungen und Stimmungsumschwünge des Alkoholkranken miterleben.

· Unter Alkoholeinfluss kommt es oft zu Streit oder auch Gewalt.

· Verabredungen und Versprechen werden häufig nicht eingehalten.

· Oft versuchen die Familienmitglieder, die Krankheit des Alkoholikers nach außen zu vertuschen: Sie laden keine Gäste ein, gehen nicht gemeinsam aus und erfinden Notlügen, wenn jemand anruft.

Kinder haben zusätzliche Schwierigkeiten:

· Die Gefühle für den alkoholkranken Elternteil schwanken häufig zwischen Zuneigung und Abscheu.

· Oft fühlen sich Kinder "schuldig" am Alkoholismus des Elternteils und wollen diesem helfen.

· Sie müssen früh Aufgaben zur Aufrechterhaltung des alltäglichen Lebens in der Familie übernehmen.

· Beim Streit zwischen den Eltern geraten sie "zwischen die Fronten" oder werden gezwungen, Partei zu ergreifen.

· Sie können aus der Familie nicht "flüchten".

Hinweise für Kinder alkoholkranker Eltern

· Du bist nicht allein:
Auch wenn du dir vielleicht oft so vorkommst: Es gibt viele andere Kinder und Jugendliche, deren Vater oder Mutter alkoholkrank ist.

· Du bist nicht "Schuld":
Was auch immer die Ursachen der Alkoholsucht deines Vaters oder deiner Mutter sind: DU bist nicht verantwortlich dafür.

· Alkoholismus muss behandelt werden:
Wahrscheinlich möchtest du deinem Vater oder deiner Mutter helfen, von ihrer Sucht loszukommen. Alkoholismus braucht aber wie jede andere Krankheit auch eine professionelle Behandlung.

· Schau auf dich selbst:
Achte darauf, dass du dir genügend Gutes tust. Pflege deine Freundschaften, gehe deinen Hobbys nach und vergiss nicht: Du bist du und nicht nur Mitglied einer Familie.

· Such dir Unterstützung für dich:

Deine Situation ist nicht einfach für dich - such´ dir jemanden, dem du vertraust, mit dem du über deine Sorgen reden kannst. Wende dich an einen Erwachsenen, der dir weiterhelfen kann (Jugendleiter, Lehrer, Jugendberatungen, ...)

Weitere Infos zu Alkoholismus in der Familie findest du auch unter Links!

 

Ich brauche Hilfe!

So ein Mist!
Deine Freundin hat ein Problem.
Dein Freund steckt in der Sch…
Du selber hast Troubles und weißt nicht weiter.

Viele Lebenssituationen verunsichern, du hast Ärger am Hals, manches ist scheinbar ausweglos. - Und je schlimmer die Sache ist, desto eher frisst man sie in sich hinein.

With a little help from my friends …
"Hilfe holen" klingt dramatisch, dabei ist es recht alltäglich. Täglich fragst du jemanden um eine Info, um einen Tipp oder bist selbst jemandem aus deiner Familie oder deinem Freundeskreis behilflich. Die "Alltagsberatung" macht einen Großteil der gegenseitigen Hilfe aus.

Wenn du mit einer Situation nicht zurecht kommst, schau dich um, wen du fragen kannst: Freund/innen, Eltern, Jugendleiter/innen, irgendeine Vertrauensperson … "Es gibt Krankheiten, die heilt nicht der Arzt, sondern ein guter Freund" - das gilt für Vieles, was einem im Magen liegt, Sorgen oder Wut macht.

Aber was ist, wenn mich keiner versteht?
Oder wenn niemand zum Reden da ist, weil die Sache zu dumm, zu peinlich oder zu vertraulich ist? Dann helfen vielleicht Profis in einer Beratungsstelle weiter.

Ich soll in eine Beratungsstelle!? - Ich hab doch keinen Knacks!
Beratungsstellen sind da für Leute wie dich und mich, mit unseren ganz normalen Schwierigkeiten. Ärger haben ist einfach menschlich, und darüber mit jemandem reden, ist es auch.

Beratungsstellen können auch Unterstützung und Hilfe anbieten, wenn es FreundInnen von dir nicht gut geht.

Beratungsstellen sind
· auf deiner Seite: Sie sind für dich da und wollen dir nichts einreden oder dich bevormunden.
· professionell: Die Leute haben "ihren Job gelernt" und Erfahrung mit ähnlichen Fragen   wie deinen.
· neutral: Die Berater/innen sind nicht "befangen", d.h. sie haben keine Vorinformationen   und keine vorgefasste Meinung zu deiner Situation.
· für dich da: Die Mitarbeiter/innen haben Zeit und können dir einfach einmal zuhören.

Außerdem kriegst du von den Fachleuten Infos auf deine Fragen, auch jene, die du dich sonst vielleicht nicht zu stellen traust. Und wenn die Berater/innen selber nicht weiter wissen, kennen sie zumindest andere Spezialist/innen, die sich auskennen, und können Kontakte herstellen.

Ich will aber auf keinen Fall, dass andere was von der Sache erfahren!
Niemand erfährt, was du mit den Mitarbeiter/innen der Beratungsstelle besprichst. Es sei denn, ihr kommt gemeinsam überein, dass es sinnvoll ist, diese oder jene Person miteinzubeziehen, weil sie irgendwie zum Problem und damit auch zu seiner Lösung dazugehört. Wenn es dir unangenehm ist, musst du nicht einmal deinen Namen angeben.

Und äh, … kostet das jetzt was?
In der Regel zahlst du nichts. Die Fachleute werden zumeist über öffentliche Gelder finanziert.

Wo finde ich denn eine solche Beratungsstelle?
Hier findest du Links zu Beratungsstellen!