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Illegale Substanzen

Seit einigen Jahren ist ein steigender Experimentierkonsum vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen feststellbar. Dies zeigt sich am deutlichsten bei Cannabis, betrifft aber generell verschiedenste Substanzen. Außerdem wurde in den letzten Jahren beim Probier- und Experimentierkonsum eine Verbreiterung des Substanzspektrums festgestellt. Auch der polytoxikomane Gebrauch - d.h. der abwechselnde und gleichzeitige Gebrauch unterschiedlicher (legaler und illegaler) Substanzen nimmt weiterhin zu (Quelle: ÖBIG Bericht zur Drogensituation 2012; Factsheet Abhängigkeit und Substanzkonsum. Institut Suchtprävention. Linz 2008).

Laut Wiener Suchtmittelstudie 2011 - die seit 1993 durchgeführt wird - sind die Konsumerfahrungen der WienerInnen mit illegalen Substanzen im Vergleich zu früheren Erhebungen gesunken bzw. gleich geblieben. Bei Cannabis gab es mit Ausnahme von 2009 einen kontinuierlichen Zuwachs der Lebenszeitprävalenz. Bei anderen illegalen Substanzen gibt es mit Ausnahme von Kokain einen Rückgang bzw. eine Stagnation in der berichteten Lebenszeiterfahrung. 2007 lag die Lebenszeiterfahrung der Wiener Bevölkerung mit Cannabis bei 19%, während diese 2009 auf 16% zurückfiel und 2011 auf 21% anstieg. Bei Ecstasy und Amphetamine liegt die Lebenszeiterfahrung der Wiener Bevölkerung 2009 bei 3%, bei Opiaten um die 2% und bei Kokain etwa bei 5%.
Die Raten für den aktuellen Konsum (innerhalb der letzten 12 Monate) sind jedoch deutlich geringer. Dies ist ein Beleg dafür, dass der Konsum von illegalen Substanzen meist auf Probiererfahrungen und einen begrenzten Lebensabschnitt beschränkt ist. Konsumerfahrungen finden sich generell häufiger in den jüngeren Altersgruppen und bei Männern (Quelle: ÖBIG Bericht zur Drogensituation 2011. Wien 2011).

Im Jahr 2007 wurde in Österreich zum zweiten Mal eine Erhebung (ESPAD) unter 15-16jährigen SchülerInnen durchgeführt. Ein Viertel der Befragten geben an mindestens einmal im Leben eine illegale Substanz konsumiert zu haben, was in etwa dem Wert von 2003 entspricht. Dabei findet sich die höchste Prävalenz erwartungsgemäß bei Cannabis. Für alle erfassten Substanzen finden sich bei Burschen höhere Prävalenzraten als bei Mädchen. Auch hier deuten die wesentlich geringeren Konsumraten für die letzten 12 Monate und die letzten 30 Tage darauf hin, dass es sich in erster Linie bei den Jugendlichen um ein Experimentieren mit illegalen Substanzen handelt und nicht um regelmäßigen Konsum. Ein weiteres Indiz für Probierkonsum ist, dass unter den konsumierenden Jugendlichen der Anteil jener mit ein- bis zweimaligem Konsum am höchsten ist, häufigerer Konsum ist hingegen selten (Quelle: ÖBIG 2008).