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Gut zu Wissen

Zu viel getrunken, eine Nacht durchgezockt, drei Stunden mit der Freundin Sucht vorbeugen © iStock Plainview
telefoniert … und alle meinen Du „süchtelst“?

Aber wie ist das wirklich mit der Sucht? Hier erhältst du wichtige Infos und
erfährst, ab wann ein Verhalten oder ein Konsummuster problematisch wird.

Warum werden manche süchtig und andere nicht?

Bei der Entstehung von Sucht sind immer mehrere Ursachen beteiligt.

Ob jemand gefährdet ist süchtig zu werden, hängt ab von

  • der Lebenssituation, in der sich jemand gerade befindet (Streit mit Freunden, Scheidung der Eltern, keine Lehrstelle, Langeweile,…)
  • der Person und ihren Eigenschaften, Stärken und Schwächen (Wie jemand zum Beispiel mit Traurigkeit umgeht, Stress in der Schule oder am Arbeitsplatz bewältigt, ...)
  • dem Suchtmittel (Wie leicht man an eine Substanz kommt und wie schnell man davon abhängig wird)
  • der Gesellschaft und Umwelt, in der die Person sich befindet (Wie geht die Familie, der Freundeskreis oder die Gesellschaft mit der Substanz um? Was wird als normal angesehen oder akzeptiert?)

Sucht entsteht nicht von heute auf morgen sondern ist ein längerer Prozess!

Welche Arten von Sucht gibt es?

Abhängig oder süchtig kann man nach bestimmten Substanzen (z.B.: Alkohol, Nikotin, …) oder auch Verhaltensweisen (z.B.: Glücksspiele spielen, wahlloses Einkaufen, Essen bzw. auch striktes Nicht-Essen, …) werden.

Daher spricht man auch von „Substanzgebunden Süchten“ und „Substanzungebundenen Süchten“ oder „Verhaltenssüchten“.

Wie entsteht Sucht?

Es gibt unterschiedliche Wege in eine Sucht zu schlittern, häufig können aber folgende Stufen beobachtet werden:

Genuss: Am Anfang steht oft der Genuss. Es wird etwas in geringen Mengen konsumiert bzw. ein Verhalten ausgeführt. Entscheidend sind dabei das richtige Maß und die Zeit, d.h. nicht automatisch jeden Tag zu konsumieren sondern eben nur hin- und wieder.

Gewöhnung: Wenn etwas aufgrund der empfundenen Wirkung regelmäßig und meist ganz automatisch getan wird, spricht man von Gewöhnung. Wenn z.B.: jemand jeden Abend ein Bier trinkt ohne darüber nachzudenken, ob er/sie jetzt gerade Lust darauf hat. Hat man sich an ein Verhalten gewöhnt, kann man sicher alleine ohne Hilfe damit auch wieder aufhören, allerdings braucht es schon eine bewusste Entscheidung für die Veränderung. Gewöhnung ist allerdings noch lange keine Sucht.

Schädlicher Gebrauch: Schädlicher Konsum oder schädliches Verhalten ist dann gegeben, wenn jemand sich körperlich schädigt (z.B.: durch übermäßigen Alkoholkonsum oder stark eingeschränkte Essensaufnahme). Aber auch, wenn Freunde, Hobbies oder die Schule/Lehrstelle aufgrund des Verhaltens vernachlässigt werden, weil man z.B. keine Zeit mehr zum Lernen findet oder lieber mit dem Computer spielt als sich mit seinen Freunden zu treffen, spricht man von schädlichem Gebrauch.

Eine Substanz oder ein Verhalten werden oft dafür gebraucht seinen Problemen aus dem Weg zu gehen, z. B. um seinen Ärger zu vergessen oder seine Sorgen zu unterdrücken.

Schreck dich nicht, wenn du dich darin wieder erkennst, denn jeder von uns "missbraucht" einmal eine Substanz oder ein Verhalten, um sich z. B. abzulenken oder auf andere Gedanken zu bringen. Gedanken solltest du dir machen, wenn dieser schädliche Gebrauch zur Gewohnheit wird.

Sucht: Von Sucht spricht man dann, wenn das Suchtmittel oder das Suchtverhalten im Zentrum des Lebens steht, die Gedanken und der gesamt Alltag sich nur mehr darum drehen. Es gibt für den Betroffenen/die Betroffene scheinbar keinen anderen Weg mehr mit den Problemen des Alltags umzugehen.

Die Diagnose einer Sucht wird dann gestellt, wenn über mehrere Monate hinweg drei der folgenden Merkmale beobachtet werden können:

• der starke und gelegentlich übermächtige Wunsch oder eine Art Zwang zu konsumieren

• verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums

• ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums

• Nachweis einer Toleranz. Es sind zunehmend höhere Dosen erforderlich, um die gleiche Wirkung zu erreichen

• zunehmende Ausrichtung des Verhaltens auf den Substanzkonsum, fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen. Alle anderen Dinge im Leben scheinen nicht mehr wichtig, Freunde, Hobbies und Ausbildung werden vernachlässigt.

• fortgesetzter Konsum trotz negativer Folgen, z. B. Leberschädigung durch exzessives Trinken, depressive Verstimmung

Quelle: ICD-10, International Classifications of Diseases

Der Weg in die Sucht erfolgt in jeden Fall nicht von heute auf morgen, allerdings gibt es Substanzen, die ein stärkeres Abhängigkeitspotential haben, d.h. dass man bereits nach kurzer Zeit davon abhängig wird.

Wie du bei dir oder einer dir nahe stehenden Person erkennst, dass es problematisch wird, kannst du im Folgenden nachlesen.

Wann wird es problematisch?

Problematisch wird eine Verhaltensweise (wie z.B. Essen, Computerspielen, wahlloses Einkaufen, …) oder der Konsum einer Substanz (wie z.B. Alkohol, Nikotin, Cannabis) wenn du …

• Hobbies, Freunde oder auch die Schule deshalb vernachlässigst

• einen großen Drang oder Zwang verspürst zu konsumieren

nicht mehr aufhören kannst

immer mehr davon brauchst

• dadurch versuchst deine Probleme und Schwierigkeiten zu verdrängen

• deinem Körper oder deiner Umwelt dadurch Schaden zufügst

• merkst, dass sich deine Gedanken und dein Alltag nur mehr darum drehen

Entzugserscheinungen hast (z.B. sehr nervös bist, wenn du nicht Computer spielen kannst)

Tipps, um einer möglichen Abhängigkeit vorzubeugen:

Rede mit einer Person, die dir nahesteht, wenn es dir nicht gut geht.

Sprich mit ihr darüber, wie du dich gerade fühlst und was in dir vorgeht.

Möchtest du dich keinem Freund/keiner Freundin anvertrauen, nutze die Möglichkeit von anonymen Hilfsangeboten.

Schreib dir für turbulente Zeiten auf, was dir hilft dich besser zu fühlen.

Da man in schwierigen Zeiten manchmal aus den Augen verliert, was man gerne tut, ist es besser, wenn du dir bereits im Vorfeld Gedanken darüber machst und ausprobierst, was dir hilft.

• Bleib vielfältig in deiner Freizeitgestaltung.

Wenn du deine Freizeit abwechslungsreich gestaltest, ist die Gefahr geringer, dass du nach einem Verhalten abhängig wirst. Wenn du zum Beispiel gerne am Computer spielst, nebenbei auch noch Freunde triffst, Gitarre spielen lernst oder skatest, bist du weniger gefährdet, dass du in eine Abhängigkeit schlitterst. Stellt das Computer spielen aber deine einzige Freizeitbeschäftigung dar, ist es die einzige Möglichkeit deinen Stress abzubauen oder deinen Kummer zu vergessen, bist du eher gefährdet davon abhängig zu werden.

Verzichte zeitweise auf etwas (Handy, Zigarette, Cannabis, etc.) und beobachte, wie es dir dabei geht.

Wie leicht oder schwer fällt es dir dabei, nicht immer auf das bekannte Verhalten zurückzugreifen? Hilfreich kann es hier auch sein, dass du schon im Vorfeld darüber nachdenkst, was du machen könntest, wenn du aus Gewohnheit zu den herkömmlichen Mitteln greifen möchtest. Überleg dir, was du zum Beispiel machst, wenn du das nächste Mal Stress oder Langeweile verspürst und ein starkes Verlangen nach einer Zigarette hast.

Informiere dich und entscheide:

Wenn du etwas konsumieren möchtest, wäge zuvor die Risiken ab. Zuverlässige Informationen erhältst du in unserem ADDICTionary oder auch bei check it.

• Hol dir Hilfe bei einer Beratungsstelle wenn du meinst, deinen Konsum nicht mehr alleine in den Griff zu bekommen!

Weiterführende Links zu einzelnen Themen der Sucht erhältst du auf unserer Website! Auf feel ok erfährst du mehr zu den Themen Alkohol, Nikotin und Cannabis und kannst dein Konsumverhalten testen.