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Aktuelle Drogentrends in Europa

Cannabis bleibt die am häufigsten probierte Droge ©  iStockDer Europäische Drogenbericht 2018 (EBDD-Bericht) ist erschienen und gibt einen Überblick über die jüngsten Drogentrends in Europa. Die Produktion von illegalen Drogen nimmt in Europa zu. Dies führt zu einer erhöhten Verfügbarkeit näher an den Absatzmärkten. Der technologische Fortschritt begünstigt diese Entwicklung und ermöglicht es Herstellern und Konsumenten, über das Internet Zugang zu globalen Märkten zu erhalten. Die vermehrte Herstellung von Kokain in Südamerika hat zur Folge, dass mehr Kokain auf dem europäischen Markt ist. Bei Cannabis hat die europäische Produktion die Einfuhr teilweise verdrängt. Eine Folge davon ist der erhöhte Wirkstoffgehalt des Cannabisharzes, das nach Europa geschmuggelt wird. Im Falle von Heroin bleibt der Gesamtkonsum stabil und die Einstiegsraten in den Konsum gering.

Einmalige oder kurzfristige Erfahrung mit illegalen Substanzen haben viele Europäer. Schätzungen zufolge haben mehr als 92 Millionen der 15- bis 64-jährigen Europäer, das entspricht gut einem Viertel, bereits einmal in ihrem Leben illegale Drogen konsumiert. Unter Männern ist die Lebenszeitprävalenz höher als unter Frauen.
Die am häufigsten probierte Droge ist Cannabis (53,5 Millionen Männer und 34,3 Millionen Frauen), während die Schätzwerte der Lebenszeitprävalenzen für Kokain (11,8 Millionen Männer und 5,2 Millionen Frauen) und Ecstasy (9 Millionen Männer und 4,5 Millionen Frauen) deutlich niedriger sind. Aussagekräftiger als die Lebenszeitprävalenz sind Daten zum Drogenkonsum innerhalb kürzerer Zeitspannen. So liegt die Rate des Konsums innerhalb des vorangegangenen Jahres unter jungen Erwachsenen (15 bis 24 Jahre) in Europa für Cannabis bei 14,1 Prozent. Beim Kokain und Ecstasy beträgt dieser Anteil um die 1,9 Prozent.

1,3 Millionen Menschen dürften in Europa riskanten Opioid-Drogenkonsum betreiben. Der ist auch zu 84 Prozent an den rund 9.000 Drogen-Todesfällen in Europa beteiligt. Bei den Erstklienten in Europa ist ein Rückgang des injizierenden Konsums als vorwiegender Art der Einnahme von 28 Prozent im Jahr 2006 auf 17 Prozent im Jahr 2016 festzustellen. Hinzu kommt, dass sich bereits ein hoher Anteil der Opiatkonsumenten in Substitutionstherapie befindet. In Österreich sind es rund 60 Prozent.

Steirischer Suchtbericht 2017 erschienen

Bereits 2011 wurden von einer Expertinnen- und Expertengruppe zehn Leitlinien für die steirische Suchtpolitik formuliert, die als wichtige Steuerungsgrundlage dienen sollten und durch ein gut abgestimmtes Vorgehen dazu beitragen sollten, die suchtinduzierten Belastungen der steirischen Bevölkerung nachhaltig zu verbessern.

Die Umsetzung der richtungsweisenden Vorgaben aus „Der neuen Steirischen Suchtpolitik“ wurde nun durch MitarbeiterInnen der Gesundheit Österreich Forschungs- und Planungs GmbH einer Bewertung unterzogen.

Die Studienautorinnen und -autoren kommen zu der Einschätzung, dass sich sowohl in strategischer Hinsicht als auch im Rahmen der praktischen Umsetzung für die Steiermark ein positives Bild zeichnen lässt.

Die zehn Leitlinien "Der neuen Steirischen Suchtpolitik" waren in vielerlei Hinsicht handlungsleitend. Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung einer Suchtentstehung wurden verstärkt. So konnten zwischen 2010 und 2016 fast 60.000 Personen durch Präventionsmaßnahmen von VIVID – Fachstelle für Suchtprävention erreicht werden. Außerdem wurde auf aktuelle Entwicklungen und Zielgruppen eingegangen. Positiv hervorgehoben wird die Erarbeitung neuer Strategien zum Umgang mit Alkohol, Nikotin und pathologischem Glücksspiel. Im Bereich illegaler Drogen werden insbesondere der Rückgang der Neuerkrankungen der Opioid-Abhängigen und die hohe In-Treatment-Rate hinsichtlich der Opioid-Substitutionsbehandlung hervorgehoben. Die Anzahl der Klientinnen - und Klientenkontakte in der ambulanten Suchthilfe stieg von 18.774 im Jahr 2010 auf insgesamt 34.778 persönliche Klientinnen - und Klientenkontakte im Jahr 2016.

Damit sich diese positive Entwicklung fortsetzt, werden von den Autorinnen und Autoren Empfehlungen in unterschiedlichen Bereichen vorgeschlagen.

So sind beispielsweise die Regionalisierung und der wohnortnahe Ausbau der Suchthilfe sowie die Öffnung der medizinischen und psychosozialen Regelversorgung für suchtkranke Menschen Aufgaben, bezüglich deren die steirische Suchtpolitik weiterhin gefordert ist. Eine zukünftige Herausforderung stellt sicherlich die Bedarfsabdeckung der Opioid-Substitutionsbehandlung in Graz wie auch in den Ballungszentren des ländlichen Raums dar. Dringenden Handlungsbedarf sehen die Autorinnen und Autoren bei einer einheitlichen Dokumentation der Leistungen der Suchthilfe, die auch die Basis einer leistungsorientierten Finanzierung der Suchthilfe bietet. Entsprechende Vorarbeiten sollen jedenfalls weitergeführt werden.

Den vollständigen Bericht zum Nachlesen finden Sie hier.

Darum leben Jugendliche riskanter

Jugendliche gehen öfter Risiken ein © iStock FranckreporterEs ist wenig überraschend: Jugendliche neigen stärker zu risikoreichem und impulsivem Verhalten. Eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin hat nun herausgefunden, warum das so ist. Junge Menschen haben im Vergleich zu Kindern und Erwachsenen weniger Interesse an Informationen, die ihnen helfen würden, die Risiken ihres Verhaltens besser einzuschätzen. Sie haben eine geringere Motivation, sich zu informieren und geben sich mit weniger Wissen zufrieden. „Das liegt nicht daran, dass sie kognitiv nicht in der Lage sind, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Sie wollen schlicht neue Erfahrungen machen und probieren sich aus“, meint Wouter van den Bos, vom Max-Planck-Institut. Diese Toleranz des Ungewissen erreicht seinen Höhepunkt im Alter von 13 bis 15 Jahren. Die Ergebnisse der Studie könnten auch erklären, warum Informationskampagnen, die Jugendliche über bestimmte Risiken aufklären sollen – wie beispielsweise der Umgang mit Suchtmitteln – oft ins Leere laufen. Selbst wenn Jugendlichen Informationen leicht zugänglich sind, zeigen sie nur wenig Motivation, sich mit diesen zu beschäftigen. „Diese Erkenntnis müsste in die Konzeption von Interventionen miteinfließen, wenn man Jugendliche wirklich erreichen möchte“, sagt Ko-Autor Ralph Hertwig. „Erfolgversprechender als Informationskampagnen könnte zum Beispiel sein, Jugendlichen die Konsequenzen ihres riskanten Verhaltens in einer virtuellen Umgebung konkret erfahrbar zu machen“, so Hertwig weiter.