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Nichtraucherschutz

Nichtraucherschutz ist der Schutz von nichtrauchenden Personen vor den Einwirkungen des Passivrauchs. Unter Passivrauchen versteht man das Einatmen von Tabakrauch, der von einer anderen Person "verursacht" wurde. Dazu zählt sowohl jener Rauch, den die rauchende Person ausatmet (Hauptstromrauch), als auch jener Rauch, der durch die brennende Zigarette selbst entsteht (Nebenstromrauch).

Die giftigen Substanzen im Passivrauch können schwere gesundheitliche Folgen hervorrufen. Daneben stellt auch der durch das Rauchen verursachte Feinstaub ein weiteres gesundheitliches Risiko dar. So können in Innenräumen, wie Wohnungen, Restaurants, Bars, Cafés, etc. die Feinstaubwerte um das 10- bis 20-fache höher liegen als der im Freien erlaubte Grenzwert.

Europäische Tabakprävention: Österreich wieder Schlusslicht im Nichtraucherschutz

Zum dritten Mal in Folge belegt Österreich europaweit den letzten Platz im Nichtraucherschutz: Die 2013 erhobene "Tobacco Control Scale" misst die Rahmenbedingungen des Rauchens. Wie hoch ist die Steuer? Ab wann dürfen Jugendliche rauchen? Gibt es Rauchverbote? Wie groß ist der Einfluss der Tabakindustrie? Welche Tabakwerbung ist erlaubt? "Wir haben von 34 Ländern die schlechteste Tabakkontrolle. Im internationalen Vergleich müssen wir uns wirklich schämen", kommentiert Mediziner Manfred Neuberger im Interview mit "Der Standard". Auch 2007 und 2010 war österreich europäisches Schlusslicht im Nichtraucherschutz.

Aktuelle Studie: Wirkungsloser österreichischer Nichtraucherschutz?

Selbst in Nichtraucherbereichen von Lokalen ist die Feinstaubbelastung erhöht. Dass die Raumtrennung in Nichtraucher- und Raucherbereiche kaum effektiv ist, zeigt eine 2013 veröffentlichte Studie der Uni Wien, in der 134 Lokale auf Ultra-Feinstaub-Partikel getestet wurden. In Nichtraucherbereichen, die unmittelbar an Raucherbereiche anschließen, liegt die Feinstaubbelastung bei 26.000 Partikeln pro Kubikzentimeter. Nur 7.400 Partikel pro Kubikzentimeter lassen sich hingegen in Lokalen messen, in denen gar nicht geraucht wird. Damit ist die Feinstaubkonzentration in Nichtraucherbereichen rund dreieinhalb Mal so hoch wie in Nichtraucherlokalen.

Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass der derzeit geltende Nichtraucherschutz nicht ausreichend vor Passivrauch schützt. Dieser sieht vor, dass Lokale über 50 m² einen Raucher- und einen Nichtraucherbereich anbieten müssen. Kleinere Lokale können als Raucher- oder Nichtraucherlokale geführt werden. Mehr zu Rauchverboten in der Gastronomie.


Quellen: Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, 2006; Österreichische Krebshilfe, Passivrauchen kann tödlich sein, Wien, 2005/2006