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Nichtraucherschutz

Nichtraucherschutz ist der Schutz von nichtrauchenden Personen vor den Einwirkungen des Passivrauchs. Unter Passivrauchen versteht man das Einatmen von Tabakrauch, der von einer anderen Person "verursacht" wurde. Dazu zählt sowohl jener Rauch, den die rauchende Person ausatmet (Hauptstromrauch), als auch jener Rauch, der durch die brennende Zigarette selbst entsteht (Nebenstromrauch).

Die giftigen Substanzen im Passivrauch können schwere gesundheitliche Folgen hervorrufen. Daneben stellt auch der durch das Rauchen verursachte Feinstaub ein weiteres gesundheitliches Risiko dar. So können in Innenräumen, wie Wohnungen, Restaurants, Bars, Cafés, etc. die Feinstaubwerte um das 10- bis 20-fache höher liegen als der im Freien erlaubte Grenzwert.

Tabakkontrolle in Europa

Die europäische Tabakkontrolle wird in Form der "European Tobacco Control Scale" (ECTS) gemessen: Alle drei Jahre erfolgt ein Ländervergleich, der die Rahmenbedingungen des Rauchens und den Schwerpunkt Nichtraucherschutz erfasst. Wie hoch ist die Steuer? Ab wann dürfen Jugendliche rauchen? Gibt es Rauchverbote, wie ist der Nichtraucherschutz geregelt? Wie groß ist der Einfluss der Tabakindustrie? Welche Tabakwerbung ist erlaubt? Von 34 untersuchten Ländern war Österreich vier Mal hintereinander am letzten Platz, hatte also die schlechteste Tabakkontrolle Europas. Dies war vor allem den vielen Ausnahmen vom Rauchverbot in der Gastronomie geschuldet, die bis 31.10.2019 erlaubt waren.

Nichtraucherschutz: Getrennte Räume wirkungslos

Eine Trennung von Räumen in Raucherraum und Nichtraucherraum ist nicht wirksam. Denn Rauch dringt beim Öffnen von Türen in den Nichtraucherraum. So belegen mehrere Studien, dass in Nichtraucherbereichen von Lokalen, in denen es Raucherräume geben darf, die Feinstaubbelastung erhöht ist. Dass die Raumtrennung in Nichtraucher- und Raucherbereiche kaum effektiv ist, zeigt auch eine 2013 veröffentlichte Studie der Uni Wien, in der 134 Lokale auf Ultra-Feinstaub-Partikel getestet wurden. In Nichtraucherbereichen, die unmittelbar an Raucherbereiche anschließen, liegt die Feinstaubbelastung bei 26.000 Partikeln pro Kubikzentimeter. Nur 7.400 Partikel pro Kubikzentimeter lassen sich hingegen in Lokalen messen, in denen gar nicht geraucht wird. Damit ist die Feinstaubkonzentration in Nichtraucherbereichen rund dreieinhalb Mal so hoch wie in Nichtraucherlokalen.