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Rauchverbot in der Gastronomie

Warum Österreich ab 1. Mai 2018 endlich ein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie braucht: Zehn Argumente

  1. Tabak ist eine Substanz mit extrem großem Schädigungspotenzial. Daher bedarf sie besonderer Regelungen. Regelungen müssen sich am Potenzial der Gefährdungen und Schädigungen orientieren.
  2. Österreich hat im internationalen Vergleich eine schwache Tabakpolitik.
  3. Das Rauchverbot bessert die Gesundheit des Gastronomie-Personals.
  4. Es gibt infolge des Rauchverbots kein „Wirte-Sterben“, sondern gleich hohe Fluktuation wie sonst auch in der Gastronomie.
  5. Die Bevölkerung akzeptiert das Rauchverbot gut – die Akzeptanz steigt nach Einführung sogar weiter an.
  6. Das Rauchverbot unterstützt die Tabakprävention.
  7. Das Rauchverbot unterstützt die, die mit dem Rauchen aufhören wollen oder gerade aufgehört haben.
  8. Das Rauchverbot führt dazu, dass auch zuhause weniger geraucht wird.
  9. Mittelfristig wird durch ein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie die Bevölkerung gesünder.
  10. Drei Jahre Übergangsfrist sind genug.
  11. Rauchverbote mit Ausnahmen sind  unklar, für alle Seiten unbefriedigend und wenig wirksam.

Derzeitige Lage in Österreich: Rauchverbot mit Ausnahmen

Seit 1.1.2009 gilt in Österreich in gastronomischen Betrieben jeglicher Art ein Rauchverbot mit Ausnahmen. Gastronomischen Betrieben mit mehr als einem Gastraum ist es erlaubt, einen oder mehrere dieser Räume als Raucherzimmer auszuweisen, solange mindestens die Hälfte der zur Verabreichung von Speisen und Getränken vorgesehenen Plätze den Nichtraucherbereich darstellt. Der Tabakrauch darf dabei nicht in den Nichtraucherbereich gelangen, Das setzt voraus, dass der Raucherraum ein vollständig abgetrennter Raum ist.

Bei Lokalen, die aus nur einem Gastraum bestehen, gelten gesonderte Regelungen: Ist der Gastraum kleiner als 50 m2, kann der Inhaber selbst entscheiden, ob das gesamte Lokal ein Nichtraucher- oder ein Raucherlokal wird. Dieselbe Regelung gilt für Einraumbetriebe zwischen 50 und 80 m2, bei denen eine räumliche Trennung zur Schaffung eines gesonderten Raucherzimmers aufgrund baulicher, feuerpolizeilicher oder denkmalschutzrechtlicher Bedenken nicht möglich ist.

Zustimmung zur rauchfreien Gastronomie in der Bevölkerung
Die Zustimmung der Bevölkerung steigt nach Einführung des absoluten Rauchverbotes in der Gastronomie. Das zeigen internationale Erfahrungen: In Irland befürworteten vor der Einführung des Rauchverbots nur 46 Prozent der Bevölkerung rauchfreie Restaurants. Ein Jahr danach waren es 77 Prozent. Ähnliches zeigte sich in den USA, hier stieg die Zustimmung von 43 auf 63 Prozent. Auch in Italien erhöhte sich die Zustimmung von vormals 83 auf 90 Prozent.

Mehr: Factsheet "Nichtraucherschutz in der Gastronomie" (PDF)

Zehn Jahre rauchfreie Gastronomie in England

Seit Juli 2007 hat England ein absolutes Rauchverbot am Arbeitsplatz (und damit in der Gastronomie). Seither sank der Anteil der rauchenden Erwachsenen von 21 Prozent auf 15,5 Prozent. Ergänzt wurde das Rauchverbot durch Jugendschutz vor Tabak bis 18 Jahre, ein Präsentationsverbot von Tabakwaren und die Einführung standardisierter Verpackungen. Bei jeder einzelnen Maßnahme stieg die Zustimmung in der Bevölkerung nach ihrer Einführung. So waren 2007, vor Einführung des Gastro-Rauchverbots, 78 Prozent dafür. 2017 waren es 83 Prozent. Bericht: Smokefree: the first 10 years (PDF) 

 

Rauchverbot in der Gastronomie senkt Rauchen daheim

Ein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie führt dazu, dass auch zuhause in den eigenen vier Wänden weniger geraucht wird. Dieses bereits bekannte Ergebnis bestätigt eine aktuelle Studie, die 18.056 Menschen in 18 europäischen Ländern befragte und ihr Rauchverhalten mit den jeweils nationalen Gesetzgebungen - etwa der Tobacco Control Scale - verglich. Auch eine indische Studie ergab , dass die Wahrscheinlichkeit für ein rauchfreies Zuhause mit rauchfreien Arbeitsplätzen signifikant steigt. 

Ähnliche Ergebnisse lieferte auch eine Studie aus Kentucky (USA):  In einem Bezirk, in dem ein Rauchverbot an öffentlichen Orten einschließlich Gastronomie eingeführt wurde, sank der Raucheranteil in der Bevölkerung von 25,7 Prozent vor dem Rauchverbot auf 17,5 Prozent nach dem Rauchverbot. In Vergleichsregionen ohne Rauchverbot änderte sich die Rauchprävalenz nicht.

Auch eine Studie aus Spanien bestätigt, dass ein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie rauchfreie Zuhause fördert: Vor Einführung des absoluten Rauchverbots in der Gastronomie hatten 55,6 Prozent der Haushalte freiwillige Regeln für Rauchfreiheit, danach 72,6 Prozent. Generell hatten durch das Rauchverbot in der Gastronomie in Haushalten Regeln bezüglich des Rauchens zugenommen, und zwar unabhängig von Alter, Geschlecht, Einkommen und Kindern im Haushalt. Der Effekt war bei Nichtrauchenden am stärksten. Spanien hatte bis 2010 dasselbe teilweise Rauchverbot in der Gastronomie, wie es Österreich noch bis Mai 2018 hat.

Auch in Frankreich, Schottland, Irland, Kanada und Australien wurden mit dem absoluten Rauchverbot in der Gastronomie Raucher-Haushalten seltener.

 

Rauchverbot hin oder her: Es schließen immer Lokale

Die Befürchtung, ein absolutes Rauchverbot habe negativen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage von Gastronomiebetrieben, wird von der Tabakindustrie und ihren Frontgruppen häufig kommuniziert. Eine Studie aus Spanien widerlegt dies: Die Einführung eines absoluten Rauchverbots in der Gastronomie hat keinen Einfluss auf die Anzahl gastronomischer Betriebe. Verglichen wurden die Jahre 2006 bis 2014. Fazit: In jedem Jahr sperrten Gastronomiebetriebe auf und öffneten andere. Das Rauchverbot veränderte dies nicht. 2011 wurde in Spanien ein absolutes Rauchverbot eingeführt.