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Weitere Gesundheitsaspekte

Rauchen und Rheuma
Rauchen ist der stärkste Umweltfaktor für die Entstehung von rheumatischer Arthritis, vor allem von ACPA und und „shared epitope“ (Malaise et al. 2012). Rauchen ist nicht nur an der Entstehung der Erkrankung beteiligt, sondern hemmt auch den Therapieerfolg. Wer raucht, benötigt mehr Medikamente und profitiert trotzdem weniger von der Therapie.

Operationsrisiko Rauchen
Die schädlichen Subtanzen im Tabakrauch wirken sich auch negativ auf das Gelingen von Operationen aus. RaucherInnen benötigen höhere Dosen von Schmerzmitteln und Anästhetika. Das Risiko für pulmonale Komplikationen während der Operation ist bei RaucherInnen erhöht.  Außerdem haben RaucherInnen im Vergleich zu NichtraucherInnen ein rund drei- bis sechsmal höheres Risiko für Wundheilungsstörungen, sowie ein größeres Thromboserisiko.
Ein rechtzeitiger Rauchstopp vor der Operation verringert diese gesundheitlichen Risiken.

Rauchen und Gehirnschäden
Tabakkonsum wirkt sich negativ auf das Glutamat-System des Gehirns aus. Glutamat hat wichtige Funktionen für Lernen und Wahrnehmung. Eine Schweizer Studie ergab, dass die Rezeptordichte für Glutamat bei RaucherInnen im Durchschnitt um 20 Prozent verringert war. Die Reduktion wurde bis zu 25 Wochen nach der letzten Zigarette nachgewiesen. Rauchen hat demnach eine langanhaltende negative Wirkung auf das Gehirn.

Alzheimer

Rauchen gilt als starker Risikofaktor für Alzheimer. Wer raucht, erkrankt im Alter mit fast doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit daran, so der Stand der Forschung. Doch der negative Einfluss des Tabakkonsums auf die geistige Leistungsfähigkeit ist auch schon im frühen Rentenalter zu erkennen. Das schließen WissenschaftlerInnen vom University College London jetzt aus Daten der Whitehall II-Studie, für die mehr als 10 000 britische Beamte über 25 Jahre lang untersucht wurden.

Bereits bei nicht an Alzheimer erkrankten RaucherInnen im Alter von 50 bis 60 Jahren zeigten sich bezüglich Gedächtnis, Sprachvermögen und höheren mentalen Fähigkeiten deutliche schlechtere Leistungen gegenüber NichtraucherInnen. Der geistige Abbau gehe auf Erkrankungen der Gehirnaarterien zurück, welche das Rauchen fördere, vermuten die ForscherInnen.

Rauchen hemmt Muskelaufbau
Laut "American Journal of Physiology" bremst Rauchen auch den Muskelaufbau und kann zu vorzeitigem Muskelabbau führen. Ursache dafür ist, dass Rauchen die Synthese von Muskelproteinen negativ zu beeinflussen scheint.

Rauchen und HIV
Wenn eine HIV-positive Person raucht, mindert dies ihre Lebenserwartung weit mehr als die HIV-Infektion selbst. Ein HIV-positiver 35-jähriger Mann, der medizinisch behandelt wird, hat eine statistische Lebenserwartung von 78,4 Jahren. Ist dieser Mann Raucher, verringert sich die Lebenserwartung auf 62,6 Jahre. Zu diesem Schluss kamen dänische ForscherInnen, die von 1995 bis 2010 mehr als 3.000 HIV-infizierte Personen untersuchten. „Mehr als 60 Prozent der Sterbefälle unter den HIV-Patienten sind mit Rauchen assoziiert“, bilanziert die leitende Forscherin Helleberg. Ein rechtzeitiger Rauchstopp ist daher besonders wichtig.

Tabak ist radioaktiv
RaucherInnen strahlen von innen. Verantwortlich für die Radioaktivität im Tabak ist vor allem das natürlich vorkommende Isotop Polonium 210, das bei gleicher Menge mehrere tausendmal so radioaktiv ist wie Radium, Uran oder Plutonium. Das Poloniumisotop gehört damit zu den stärksten Emissionsquellen von Alphastrahlung, das ist die bei weitem tödlichste Strahlung, die man einatmen kann. Es verflüchtigt sich in der brennenden Zigarette bei 600 bis 800 Grad Celsius. 30 bis 50 Prozent des radioaktiven Stoffes gelangen so in den inhalierten Rauch.

Die radioaktiven Teilchen lagern sich vor allem in den äußeren Lungengeweben ab, insbesondere in den Schleimhäuten der Bronchien. Die dort gemessene Radioaktivität ist bei Raucherinnen und Rauchern um das bis zu 100-fache höher als im Rest der Lunge.


Quellen:
Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.): Operationsrisiko Rauchen. Heidelberg, 2011.

Helleberg et al.: HIV/AIDS: Mortality Attributable to Smoking Among HIV-1–Infected Individuals: A Nationwide, Population-Based Cohort Study. Clin Infect Dis., 2012.

Funda Akkus et al.: Marked global reduction in mGluR5 receptor binding in smokers and ex-smokers detemined by (11C)ABP688 positron emission tomography, PNAS Early Edition, 2012.
Malaise O. et al.: Genetic and environmental interactions on the development of rheumatoid arthritis. Rev Med Liege. 2012 May-Jun;67(5-6):305-13.
Petersen et al.: Smoking impairs muscle protein synthesis and increases the expression of myostatin and MAFbx in muscle. Am J Physiol Endocrinol Metab. 2007 Sep;293(3):E843-8, 2007.