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Tabaksteuer

Die Höhe der Tabaksteuer ist in Österreich im Tabaksteuergesetz festgelegt und beträgt derzeit 40 Prozent des Kleinverkaufspreises und zusätzlich 45 Euro pro 1000 Stück Zigaretten.

Der Preis einer Packung Marlboro, die derzeit die beliebteste Marke Österreichs ist, liegt aktuell bei 4,90 Euro. Der Tabaksteueranteil einer Packung liegt dementsprechend bei 2,86 Euro. Im Jahr 2011 nahm der Staat Österreich insgesamt 1,57 Milliarden Euro an Tabaksteuer ein, das sind 186 Euro jährlich pro Kopf.

 

Höhere Steuer führt zu weniger Nachfrage

Führen zusätzliche Steuern auf ungesunde Produkte zu einem Rückgang von nicht übertragbaren Krankheiten wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Krebs? Diese Frage beantwortete eine in „The lancet“ publizierte Metaanalyse – auch am Beispiel der Tabaksteuer – eindeutig mit „Ja“: Die  Auswertung von über 300 internationalen Studien ergab, dass höhere Preise die Nachfrage nach ungesunden Produkten wie Tabakprodukten, Zucker und Alkohol vor allem bei einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen senken können. Diese Gruppen seien gleichzeitig besonders oft von Erkrankungen und damit verbundenen finanziellen Auswirkungen betroffen.

 

Teurere Zigaretten, weniger jugendliche Rauchende

Reduziert die Erhöhung des Zigarettenpreises den Anteil junger RaucherInnen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs)? Dieser Frage ging ein US-amerikanisches Forschungsteam anhand der Analyse des Global Youth Tobacco Survey (GYTS) in 17 LMICs zwischen 1999 und 2006 nach, den es mit der jeweiligen Entwicklung der Preise für Tabakwaren verglich.

Ein Anstieg des Zigarettenpreises führte zu signifikanter Reduktion sowohl der Anzahl jugendlicher RaucherInnen als auch der Anzahl der gerauchten Zigaretten bei Jugendlichen, die trotzdem weiter rauchten. Konkret führte ein Preisanstieg um 10 Prozent zu einer Reduktion der Prävalenz unter jugendlichen RaucherInnen um mindestens 7,4 Prozent und einen Rückgang der gerauchten Zigaretten um fast 14 Prozent. In Ländern mit durchschnittlich hohem Einkommen fällt diese Entwicklung ähnlich, aber nicht so deutlich aus. Jugendliche RaucherInnen reagieren auf deutliche Preiserhöhungen für Zigaretten stärker als Erwachsene.