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Rauchen & Gewicht

Rauchen macht nicht schlank. Wer mit dem Rauchen beginnt, nimmt dadurch nicht ab. Aber wer aufhört, nimmt häufig an Gewicht zu. Das hat mehrere Gründe: Der Grundumsatz steigt durch das Rauchen leicht, da der Körper ständig entgiften muss. Nach dem Aufhören sinkt er wieder. Darüber hinaus wird das Nicht-Mehr-Rauchen häufig mit Essen kompensiert. Viele Situationen, in denen vorher geraucht wurde, verleiten nun zum Essen. Das Essen schmeckt auch besser, da sich Geschmacks- und Geruchssinn erholen.

Viele RaucherInnen, vor allem Frauen, zögern damit, das Rauchen aufzugeben, da die Angst vor einer Gewichtszunahme groß ist. Davon betroffen sind rund die Hälfte der Raucherinnen und etwa ein Drittel der Raucher. Meistens wird das Ausmaß der Gewichtszunahme überschätzt. Rund 80 Prozent der Ex-RaucherInnen nehmen im Durchschnitt rund 4,5 Kilogramm zu. Darin inkludiert sind sowohl sehr stark zunehmende Ex-Rauchende (10 Kilogramm und mehr) als auch Rauchende, die gar nicht zunehmen oder gar abnehmen. Das Gewicht legen Ex-RaucherInnen in der Regel innerhalb der ersten ein bis zwei Jahre nach dem Rauchstopp zu. Danach verändert sich das Gewicht nur noch unwesentlich.

Es gibt verschiedene Risikofaktoren für eine Gewichtszunahme. Dazu zählen die Anzahl der Zigaretten, die täglich konsumiert wurden, sowie die genetische Veranlagung. Außerdem sind laut Statistik jüngere Rauchende, Personen die alleine leben oder Menschen mit einem sozial schwachen Hintergrund besonders gefährdet, zuzunehmen. Weitere Risikofaktoren sind wenig Bewegung und ungesunde Ernährung nach dem Rauchstopp.

Aber Rauchen hat auch einen anderen „gewichtigen“ Aspekt: Eine Studie bestätigt den Zusammenhang von Rauchen in der Schwangerschaft und späterem Übergewicht des Kindes. Rauchen in der Schwangerschaft führt zu einem niedrigeren Geburtsgewicht, nach der Geburt nehmen diese Babys in der Säuglings- und Kindheitsphase aber rasch an Gewicht zu und werden häufiger übergewichtig als Kinder von Nichtraucherinnen. Begründbar ist dies durch die schlechte Nährstoffversorgung des Fötus, welche den Insulinstoffwechsel und die Körperfettverteilung nach der Geburt des Kindes beeinflusst. Eine andere Studie stellte fest, dass Rauchen in der Jugend bei Frauen das Gewicht im Erwachsenenalter durchschnittlich erhöht.

Quellen:

  • Chatkin R, Chatkin JM (2007): Smoking and changes in body weight: can physiopathology and genetics explain this association? J Bras Pneumol. 33:712-719.
  • Krebsforschungszentrum Heidelberg (Hrsg.)(2011): Gewichtszunahme durch einen Rauchstopp – ein begrenztes Problem. Fakten zum Rauchen. Heidelberg.
  • T (2010): Maternal smoking during pregnancy and offspring obesity: Meta-analysis. Pediatrics International. 52: 94-9.
  • DL, Nygard JF, Sorensen T (2009): Do quitters have anything to loose? Changes in body mass index for daily, never, and former smokers over an 11-year period (1990-2001). Scand J Public Health. 37: 774-777.
  • B et al. (2009): Behavioral intervention to promote smoking cessation and prevent weight gain: a systematic review and meta-analysis. Addiction. 104: 1472-1486.
  • SE et al (2009): Association of smoking in adolescence with abdominal obesitiy in adulthood: A follow-up study of 5 birth cohorts of finnish twins. Am J Public Health. 99(2): 348-354.