Snus & Nikotinbeutel

Snus und Nikotinbeutel sind zwei unterschiedliche Nikotinprodukte. Beide werden über die Mundschleimhaut konsumiert. Sie sind keine harmlosen Lifestyle-Produkte, sondern können abhängig machen.

Das eine nicht geregelt, das andere verboten

Nikotinbeutel dürfen beworben und an Jugendliche verkauft werden

Nikotinbeutel kamen Ende der 2010er-Jahre auf den europäischen Markt. Sie sind Beutel, die man sich in den Mund schiebt. Dort, zwischen Lippe und Zahnfleisch, geben sie Nikotin ab. Das Nikotin wird über Trägersubstanzen wie Salze, Tees oder Zellulose transportiert.

Vom österreichischen Gesetz sind sie derzeit nicht erfasst. Denn mangels Tabak fallen sie nicht in die Definition „Tabakerzeugnisse“. Und mangels Erhitzung fallen sie nicht in die Definition von „Verwandten Erzeugnissen“, zu denen E-Zigaretten zählen. Auch die EU-Tabakprodukte-Richtlinie regelt Nikotinbeutel nicht.

Diese gesetzliche Lücke hat weitreichende Konsequenzen. Dadurch sind Nikotinbeutel gesetzlich nicht geregelt: Sie dürfen beworben werden als ob sie kein Suchtpotenzial hätten. Sie dürfen an Kinder und Jugendliche verkauft werden, es gibt keinen gesetzlichen Jugendschutz. Ihre Inhaltsstoffe müssen nicht so deklariert werden wie jene von Tabakprodukten. Sie werden niedrig besteuert und sind daher deutlich billiger und auch durch den Preis attraktiver. Sie dürfen als harmloses Lifestyle-Produkt vermarktet werden, obwohl sie das nicht sind. Für ihre Bewerbung sind auch Begriffe wie „pflanzlich“, „natürlich“ oder „mit frischen Aromen“ erlaubt. Die Nikotin-Dosis ist nicht nachvollziehbar und nicht geregelt.

Anfangs wurden Nikotinbeutel von kleinen Start-up-Firmen erzeugt. Aber mittlerweile haben alle großen Tabak-Konzerne eigene Nikotinbeutel im Sortiment und sehen dies als ein zukunftsträchtiges Produkt. Nikotin in Nikotinbeuteln kann genauso süchtig machen wie Nikotin in anderen Produkten.

Snus europaweit verboten

Sehr alt hingegen ist Snus, ein rauchloses Tabakprodukt, das zwischen Lippe und Zahnfleisch geschoben wird. Es besteht aus fein gemahlenem Tabak, vermengt mit Aromen, Salzen, Wasser, Feuchthaltmitteln und Puffer.

Auch Snus beinhaltet Nikotin und macht abhängig. Konsumiert man Snus, nimmt man über den Tag hinweg im Durchschnitt gleich viel oder sogar mehr Nikotin auf als jemand, der Zigaretten raucht. Dadurch können auch Abhängigkeit und Entzugssymptome stärker sein als bei Raucher*innen. Auch rauchlose Tabakprodukte schaden der Gesundheit. So enthalten sie krebserzeugende Stoffe und schaden dem Herz-Kreislauf-System.

Europaweit ist der Verkauf von Snus durch die Tabakproduktrichtlinie 2001/37/EU verboten. Einzig Schweden hat 1994 für sich eine Ausnahmeregelung erwirkt. Die Legalisierung des Handels mit Snus ist allerdings kritisch zu sehen. Die Erfahrung aus Schweden zeigt, dass Snus ein beliebtes Einstiegsprodukt für Jugendliche ist. In den letzten Jahren stieg der Konsum rauchloser Tabakprodukte vor allem unter jungen Männern deutlich an.

Sehr ähnlich wie Snus ist Kautabak. Kautabak ist in Österreich verboten.

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