Grundsätzlich wird zwischen stoffgebundenen und stoffungebundenen Süchten unterschieden. Die stoffungebundenen oder nichtstofflichen Süchte werden auch Verhaltenssüchte genannt. Die Sucht äußert sich in bestimmten Verhaltensweisen, die ebenfalls die Gesundheit schädigen oder schwer wiegende soziale Folgen haben können. Die bekanntesten sind: Spielsucht, Kaufsucht, Arbeitssucht, Internetsucht und Essstörungen wie Anorexia nervosa (Magersucht), Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht) und Binge-Eating-Disorder (Esssucht ohne Erbrechen). Bei nichtstofflichen Süchten findet man eine ähnliche Suchtentwicklung wie bei stofflichen. Der Abhängige braucht den Kick, das Hochgefühl durch das Übermaß. Und er versucht das Hochgefühl immer wieder herzustellen. Je öfter er das tut, desto tiefer gerät er in die Abhängigkeit.
Um der Gefahr der Beliebigkeit des Suchtbegriffs entgegenzuwirken, ist es allerdings notwendig, auch in Zusammenhang mit nicht-substanzgebundenen Süchten eine klare Grenze zu ziehen und darauf zu bestehen, dass "Sucht" Krankheitscharakter hat. "Sucht" darf nicht einfach mit "Gewohnheit" oder "Problemverhaltensweisen, die (noch) der willentlichen Kontrolle des Subjekts unterliegen" gleichgesetzt werden. Von "Sucht" spricht man, wenn das zu Grunde liegende Problemverhalten zu einem eigendynamischen, zwanghaften Verhalten wird (vgl.: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur: Suchtprävention in der Schule. Wien 2002).