Illegale Substanzen

Illegale Substanzen sind psychoaktive Substanzen, deren Erwerb und Besitz in Österreich gesetzlich nicht erlaubt ist. Zu dieser Gruppe zählen unter anderem Cannabisprodukte, Rohopium und Opiate, Kokablätter und Kokain, Amphetamin sowie Designerdrogen.

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Experimentierkonsum und problematischer Drogenkonsum

Fragt man Menschen in Österreich, ob sie irgendwann in ihrem Leben schon einmal illegale Drogen konsumiert haben, dann werden Konsumerfahrungen mit Cannabis am häufigsten genannt. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen (15 bis 24 Jahre) sind es etwa 30 bis 40 Prozent. Außerdem haben etwa zwei bis vier Prozent der Österreicher*innen schon einmal in ihrem Leben Ecstasy, Kokain und Amphetamine probiert, sowie rund ein bis maximal zwei Prozent Opioide und Neue psychoaktive Substanzen.

Generell beschränkt sich der Konsum illegaler Substanzen aber meist auf eine kurze Lebensphase. Klar abzugrenzen von Experimentierkonsum ist der problematische Drogenkonsum. Darunter wird ein wiederholter Drogenkonsum verstanden, der Schaden (Abhängigkeit, aber auch andere gesundheitliche, psychologische oder soziale Probleme) für die Person verursacht oder sie einem hohen Risiko, einen solchen Schaden zu erleiden, aussetzt.

Der Gebrauch mehr als einer Droge mit Beteiligung von Opiaten (z. B. Heroin, Substitutionsmittel) spielt beim problematischen Drogenkonsum in Österreich die zentrale Rolle. Aktuell konsumieren zwischen 35.000 und 38.000 Personen problematisch Opioide (meist in Kombination mit anderen illegalen Drogen, Alkohol oder Psychopharmaka). In etwa drei Viertel der Betroffenen sind Männer. Die Daten deuten darauf hin, dass weniger junge Menschen in einen problematischen Opioidkonsum einsteigen als in früheren Jahren.

Es gibt Hinweise auf einen gestiegenen Kokainkonsum in Österreich. Die Konsummuster für Ecstasy-Tabletten scheinen sich nicht geändert zu haben, aber aufgrund der (oft unerwartet) hoch dosierten Ecstasy-Tabletten ist er risikoreicher geworden und hat zu einer Reihe von Todesfällen geführt.

 

Quelle: Horvath, Ilonka; Anzenberger, Judith; Busch, Martin; Schmutterer, Irene; Tanios, Aida; Weigl, Marion (2019): Bericht zur Drogensituation 2019. Gesundheit Österreich, Wien.

Cannabis

Cannabis ist weltweit, in allen EU-Ländern und in Österreich die mit Abstand am meisten konsumierte illegale Substanz.

Schätzungsweise haben 91,2 Millionen Europäer*innen (zwischen 15 und 64 Jahren) irgendwann in ihrem Leben Cannabis konsumiert. Das sind 27,4% in dieser Altersgruppe. Die Angaben der einzelnen Länder zur Lebenszeiterfahrung mit Cannabis variieren sehr stark und liegen zwischen 4% und 45%. In Österreich sind es 24%. Die Zahl jener Personen, die Cannabis täglich konsumiert, wird auf 1% der europäischen Erwachsenen geschätzt.

Insgesamt zeigt sich, dass Männer häufiger als Frauen zum Cannabiskonsum neigen.

Konsumerfahrungen mit Cannabis beschränken sich meist auf eine kurze Lebensspanne. Cannabis wird vor allem von jungen Menschen zwischen 15 und 34 Jahren konsumiert, wobei die höchsten Konsumraten in der Regel unter den 15- bis 24-Jährigen zu finden sind. In Österreich liegen sie in dieser Altersgruppe bei 29% (Quelle: Europäischer Drogenbericht 2019).

Unter den 15- bis 17-jährigen Schüler*innen haben in Österreich 20% schon einmal in ihrem Leben Cannabis probiert. Beim aktuellen Cannabiskonsum, dies bedeutet während der letzten 30 Tage verringert sich der Prozentsatz auf 11%. Die Mehrheit jener, die Cannabis konsumiert haben, ist dabei in einem Bereich anzusiedeln, der als Probierkonsum oder sporadischer Konsum zu klassifizieren ist. Der erste Kontakt mit Cannabis findet in der Regel deutlich später statt als der erste Kontakt mit legalen Substanzen wie Alkohol oder Nikotin. 2% der 15- bis 17-jährigen SchülerInnen weisen jedoch einen riskanten Cannabiskonsum auf (Quelle: Bericht zur Drogensituation 2019; ESPAD Studie 2019).

In den letzten Jahren hat sich das Bewusstsein für die Auswirkungen des langfristigen, hochfrequenten Konsums von Cannabis geändert und die Zahl der ambulanten Behandlungsnachfragen wegen Cannabisproblemen ist seit 2010 gestiegen. Was mit einer Entstigmatisierung des Cannabiskonsums erklärt wird (Quelle: Bericht zur Drogensituation 2019).

Die Gesundheitsrisiken von regelmäßigem Cannabiskonsum werden heute differenzierter bewertet. Der Konsum kann bei psychischer Instabilität, exzessivem Gebrauch oder zu frühem Einstiegsalter durchaus zu Abhängigkeit führen, die mentale Gesundheit beeinträchtigen und sogar Psychosen auslösen.