Was ist Sucht?

Der Begriff „Sucht“ definiert eine Erkrankung, die sich in psychischer, physischer oder sozialer Abhängigkeit von Substanzen sowie Verhaltensweisen äußert.

Sie haben Fragen oder möchten ein Projekt mit uns starten?

Sucht ist eine Krankheit

Sucht ist eine Krankheit und hat viele Gesichter. Sie hat schwere negative Auswirkungen auf die betroffene Person, ihr näheres Umfeld (Familie, Freundeskreis, Beruf) sowie auf die Gesellschaft als Ganzes. Das Wort „Sucht“ leitet sich von „siech“, was „krank“ bedeutet, ab.

Der Begriff „Sucht“ wird im Alltag in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet. Einerseits wird er sehr eingeschränkt nur auf den Bereich der illegalen Substanzen angewendet (z. B. Heroinsucht), andererseits wird beinahe alles, was wir gerne haben oder tun, als Sucht bezeichnet (z. B. Kaffeesucht). Jedoch ist nicht alles, was wir im Alltag als Sucht bezeichnen, tatsächlich eine Sucht. Es gibt klar festgelegte Merkmale für dieses Krankheitsbild.

Suchtmerkmale

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird nur dann von „Sucht“ bzw. „Abhängigkeit“ gesprochen, wenn während der letzten zwölf Monate drei oder mehr der folgenden Kriterien gleichzeitig vorhanden waren:

Starker Wunsch oder Zwang

Es besteht ein starkes Verlangen danach, eine bestimmte Substanz zu konsumieren bzw. einem bestimmten Verhalten nachzugeben.

Kontrollverlust

Die Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums bzw. Verhaltens ist wenig bis gar nicht vorhanden.

Fortsetzung trotz negativer Folgen

Der Konsum bzw. das Verhalten wird trotz des Wissens um gesundheitliche Probleme und dauerhafte Schäden und  fortgesetzt.

Toleranzbildung

Der Konsum bzw. das Verhalten steigert sich. Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, sind zunehmend höhere Dosen erforderlich.

Entzugserscheinungen

Die Beendigung oder Reduktion des Konsums bzw. des Verhaltens führt zu psychischen und physischen Entzugserscheinungen.

Rückzug aus dem Sozialleben

Die Substanz bzw. das Verhalten werden zum Lebensmittelpunkt.  Andere Interessen, soziale Kontakte und selbst der Beruf werden vernachlässigt

Nicht jeder Konsum bzw. jedes Verhalten steht im unmittelbaren Zusammenhang mit einer Suchtgefährdung, kann aber trotzdem gesundheitsgefährdend sein oder riskante Verhaltensweisen begünstigen.

Quelle: ICD-10, International Classifications of Diseases