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Nikotin

Nikotin ist ein Bestandteil von Tabak und dafür verantwortlich, dass Tabakkonsum abhängig macht.

Eine Zigarette enthält bis zu 13 Milligramm Nikotin, wobei beim Rauchen rund ein bis zwei Milligramm pro Zigarette vom Körper aufgenommen werden. Wer 20 Zigaretten pro Tag raucht, nimmt also insgesamt rund 20 bis 40 Milligramm Nikotin auf. Beim Rauchen gelangt Nikotin über die Lunge ins Blut und binnen sieben bis zehn Sekunden ins Gehirn, wobei der Höhepunkt nach rund 30 Sekunden erreicht wird.

Nikotin macht süchtig macht süchtig macht süchtig

Es ist egal, ob Nikotin mit Tabak - wie in der herkömmlichen Zigarette - oder ohne Tabak - wie in der E-Zigarette - geraucht wird. Niktoin macht süchtig. Punkt.

Veranwortlich dafür ist seine Wirkung auf das Gehirn. Nikotin wirkt auf bestimmte Regionen des Gehirns. Es stimuliert den Nucleus Accumbens, das Belohnungszentrum des Gehirns. Dadurch wird Dopamin ausgeschüttet. Nikotin wird als angenehm empfunden, der Körper will mehr. Nikotin kann körperlich und psychisch abhängig machen.

Gegensätzliche Wirkung

Nikotin kann sowohl anregend als auch entspannend sein. Es ruft im Körper vielfältige Reaktionen hervor, wobei die Wirkung von der Dosis, der körperlichen Verfassung der Rauchenden und der Ausgangsstimmung abhängt.

Geringe Mengen von Nikotin, wie sie beim Rauchen aufgenommen werden, erhöhen Blutdruck und Herzfrequenz. Sie wirken anregend. Hohe Dosen verursachen das Gegenteil, senken also Blutdruck und Herzfrequenz. Sie wirken entspannend. Aufgrund dieser konträren Wirkungsweise spricht man auch von einem bivalenten Wirkungsspektrum. Nikotin ist ein starkes Gift und kann in gelöster Form tödlich wirken.

Es begann am portugiesischen Königshof

Ende des 15. Jahrhunderts brachten spanische Eroberer die Tabakpflanze aus Südamerika nach West-Europa. Jean Nicot, damals französischer Botschafter am portugiesischen Königshof, führte die Pflanze bei einem Heimatbesuch in Frankreich ein. Nach Nicot wurde im 18. Jahrhundert der wichtigste chemisch iso­lierte Wirkstoff der Tabakpflanze »Nikotin« benannt.

Von Vergiftungen bis Krebs: Nikotin gefährdet die Gesundheit

Nikotin kann mit oder ohne Tabak geraucht werden. E-Zigaretten funktionieren ohne Tabak. Das wirft Diskussionen über die Gesundheitsgefährdung durch Nikotin auf.

Nikotin ist auch ohne Tabak gefährlich für die Gesundheit. Es ist ein Nervengift. Das Rauchen von Nikotin kann zu Vergiftungserscheinungen von Übelkeit und Schwindel über Kopfschmerzen, Durchfall und Erbrechen führen. Starke Nikotinvergifungen haben Symptome wie verminderte Herzfrequenz und Atemnot.

Darüber hinaus bewirkt das Rauchen von Nikotin, dass der Körper ständig entgiften muss. Das führt zu gedämpftem Appetit, schlechterer Durchblutung und Absinken der Hauttemperatur. Es kann auch die Empfindlichkeit für Schmerz erhöhen und die Produktion von Urin hemmen.

Außerdem führt Nikotin zu einer Verengung der Blutgefäße, was den Blutdruck ansteigen lässt und die Gefahr für Thrombosen erhöht.

Nikotin steht im Verdacht, Krebs auszulösen und Krebs zu fördern. Nikotin verlängert die Lebensdauer von Krebszellen und regt sie zur Wanderung im Körper (Metastasen) an. Versuche mit Tumorzellen weisen auch darauf hin, dass Nikotin die Wirkung von Therapien vermindert. Chemotherapie wirkt demnach schlechter, wenn Nikotin geraucht wird.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum gibt im Factsheet "Gesundheitsrisiko Nikotin" eine gute Zusammenfassung.