Sponsoring ist ein beliebtes Instrument von Marketing: Jemand sponsert etwas – meist eine Veranstaltung – und bekommt als Gegenleistung die Möglichkeit, dort sein Produkt zu bewerben.
EU: Sponsoring für Tabak und E-Zigaretten verboten
In der Europäischen Union (EU) ist für besonders gefährliche Produkte sogenanntes „grenzüberschreitendes“ Sponsoring verboten. „Grenzüberschreitend“ meint Veranstaltungen, die mehr als ein Land betreffen. Das Sponsoring-Verbot der EU gilt für alle Tabakprodukte und für verwandte Erzeugnisse, also etwa E-Zigaretten.
Ein Unternehmen der Nikotinindustrie dürfte also kein internationales Fußball-Turnier sponsern und dort seine Zigaretten, Tabakerhitzer oder E-Zigaretten bewerben. Denn das widerspricht EU-Regeln.
Nikotinbeutel vom Gesetz noch nicht umfasst
Nikotinbeutel sind von der Regelung der EU nicht umfasst, da es sie noch nicht gab, als die entsprechende Regulierung beschlossen wurde. Das macht sich die Nikotinindustrie zunutze: Sie sponsert die Formel 1 mit ihren Nikotinbeutel-Marken.
In der Saison 2026 sind die Rennställe der Formel 1 von mehreren Unternehmen der Nikotinindustrie gesponsert, die sich damit für ihre Nikotinbeutel eine lukrative internationale Werbemöglichkeit sichert: British American Tobacco (BAT) sponsert McLaren und bewirbt damit seine Nikotinbeutel-Marke „Velo“. Philip Morris International (PMI) wiederum bewirbt seine Nikotinbeutel der Marke „Zyn“, indem es den Rennstall von Ferrari sponsert.
Die Werbung für Nikotinbeutel ist damit in der Formel 1 sehr präsent: auf Anzügen und Helmen der Fahrer, auf der Rennstrecke, auf Merchandising-Produkten und im Online-Auftritt.
Nikotinbeutel und Spielzeug
Gleichzeitig wird die Formel 1 in der Saison 2026 auch von der Spielwaren-Industrie gesponsert. Lego, Disney und Matell bewerben mittels der Rennen großflächig ihre Spielwaren. Einige gaben auch extra Produkte anlässlich dieser strategischen Partnerschaft heraus.
Insgesamt setzt die Formel 1 vermehrt auf Familien. Bereits 54 Prozent jener, die den Rennställen auf TikTok folgen, sind unter 25 Jahre alt. Bei den Followern auf Instagram sind es vier von zehn.
Junge Fans vor Nikotin schützen
Um insbesondere junge Fans vor Nikotin zu schützen, soll die Formel 1 die Nikotinindustrie als Sponsor ablehnen, fordert eine internationale Initiative. Unter dem Titel „End the formula“ kritisiert sie die Bewerbung von Nikotin bei den Rennen. Besonders verheerend sei das Sponsoring wegen der Kombination mit Werbung für Spielwaren. Die Kampagne wird von der Initiative „Campaign for Tobacco-free Kids“ geleitet.
In den USA und der EU schauen mehr als vier Millionen Acht- bis Zwölf-Jährige aktiv Formel 1. Die Werbung für Nikotinbeutel erreicht viele junge Menschen: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Den Appell von Tobacco-Free Kids unterzeichneten mehr als 160 Organisationen.
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