Konsum von Suchtmitteln senkt Fruchtbarkeit

Suchterzeugende Substanzen verringern die Fruchtbarkeit. Das zeigen mehrere Studien zu mehreren unterschiedlichen Substanzen. Es betrifft sowohl die weibliche als auch die männliche Fruchtbarkeit.

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Auch Spermien leiden

Suchterzeugende Substanzen verringern die Fruchtbarkeit. Das zeigen mehrere Studien zu mehreren unterschiedlichen Substanzen. Es betrifft sowohl die weibliche als auch die männliche Fruchtbarkeit.

Rauchende werden schwerer schwanger

Schon die Entstehung einer Schwangerschaft wird durch Tabak negativ beeinflusst. So werden Menschen, die rauchen, schwerer schwanger. Die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Schwangerschaft ist erschwert, hält das Deutsche Krebsforschungszentrum fest.

Eine Studie zeigt auf: Rauchen verdoppelt das Risiko von weiblicher Unfruchtbarkeit beinahe. Raucherinnen sind im Vergleich zu nikotin-abstinente Frauen fast doppelt so häufig unfruchtbar oder haben Probleme mit dem Schwanger-Werden.

Schlechtere Spermien-Qualität bei rauchenden Männern

Für rauchende Männer ist nachgewiesen, dass sie eine schlechtere Spermienqualität und weniger Spermien haben. Tabak verringert demnach auch bei Männern die Fruchtbarkeit.

So wertete eine Studie die Spermien von starken Rauchern im Vergleich zu lebenslangen Nichtrauchern aus. Als „starke Raucher“ wurde definiert, seit mindestens drei Jahren mehr als 20 Zigaretten täglich zu rauchen.

Nach den Spermien-Parametern der WHO wie Mobilität, Vitalität und Anzahl hatten Nichtraucher in allen Parametern bessere Werte als Raucher. Aber nicht nur das: Bei den Rauchern waren auch DNA-Muster in den Genen verändert, was als mögliche Ursache der verringerten Fruchtbarkeit und Spermienqualität identifiziert wurde.

Eine weitere, jüngere Studie bestätigt die epigenetische Veränderung durch Tabak und das damit in Zusammenhang stehende Risiko für männliche Unfruchtbarkeit.

Bisherige Studien beziehen sich auf Tabak und auf die konventionelle Zigarette. Die Auswirkungen neuerer Nikotinprodukte wie E-Zigarette, Tabakerhitzer und Nikotinbeutel sind noch nicht untersucht. Dazu sind sie zu kurz am Markt. Es ist demnach noch nicht klar, ob das Risiko für Unfruchtbarkeit von Nikotin ausgeht – oder von Nikotin in Kombination mit Tabak.

Alkohol reduziert Fruchtbarkeit von Männern

Bei Alkohol ist die Studien-Lage nicht so klar wie bei Tabak. Eine Studie untersuchte starke männliche Trinker. „Starke Trinker“ waren nach Geschlechtern unterschiedlich festgelegt. Für Frauen waren sie definiert als drei Portionen Alkohol pro Tag oder mehr als sieben pro Woche, für Männer als täglich mehr als vier und wöchentlich mehr als 14 Portionen Alkohol.

Die Studie zeigte signifikant negative Auswirkungen von Alkohol-Konsum auf die Fruchtbarkeit. Alkohol verändert die Regulierung der Hormone, schädigt die Zellen und reduziert die Spermien-Qualität.

Eine Meta-Analyse aus 2017 untersuchte die Auswirkungen von Alkoholkonsum auf die Qualität von Spermien, indem sie Daten aus 18 Querschnittsstudien analysierte. Sie kam zu dem Schluss, dass täglicher Alkoholkonsum zu einer schlechteren Samenqualität führt, insbesondere in Bezug auf das Samenvolumen und die Sperma-Morphologie. Dieser Effekt wurde jedoch bei Gelegenheits-Trinkern nicht festgestellt.

Dosis-Wirkungs-Beziehung bei Frauen

Es gibt wenig Evidenz, ob sich Alkohol auf die Fruchtbarkeit von Frauen auswirkt. Fraglich ist vor allem die Menge an Alkohol, welche die weibliche Fertilität verringern könnte.

Eine Studie zur Qualität von Eizellen stellte fest: Geringer Alkoholkonsum hat darauf keinen signifikanten Einfluss.

Wie es sich mit der Dosis-Wirkungs-Beziehung verhält, wollte eine Meta-Analyse herausfinden. Inkludiert wurden 19 Studien mit gesamt knapp 100.000 untersuchten Frauen. Die Fähigkeit zur Empfängnis war bei allen Intensitäten des Trinkens zumindest leicht reduziert. Im Vergleich zu Frauen, die keinen Alkohol trinken, ging auch geringer Konsum mit verringerter Fruchtbarkeit einher.

Es gab jedoch eine eindeutige Beziehung zwischen Dosis und Wirkung: Mehr Konsum von Alkohol führt zu stärker reduzierter Fruchtbarkeit.

Eher Herzerkrankung beim Kind

Dass Alkohol-Konsum der schwangeren Frau den Embryo und später das Kind schädigen kann, ist hinlänglich bekannt. Auch das Trinkverhalten des Vaters zum Zeitpunkt der Zeugung kann sich negativ auf das Kind auswirken. Der genaue Zeitraum kann dabei nicht eingegrenzt werden, da es um die Entstehung der Spermien geht, die später zur Zeugung führen.

Ein Systematischer Review analysierte 55 Studien und fand heraus: Der väterliche Alkoholkonsum vor der Zeugung erhöht das Risiko für Herz-Erkrankungen. Auch dabei spielte die Menge des Trinkens eine große Rolle. War der Vater bei der Zeugung alkoholabhängig, erhöhte sich das Risiko für eine angeborene Herzerkrankung des Kindes um 44 Prozent. Es war also knapp das Eineinhalbfache.

Auch das Trinkverhalten des Vaters zum Zeitpunkt der Zeugung hat Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes. Wenn der Vater bei der Zeugung alkoholabhängig war, hat das Kind ein signifikant erhöhtes Risiko für angeborene Herz-Erkrankungen (CHD). Es hängt demnach von der Dosis des Alkohol-Konsums ab: Je mehr Alkohol die Spermien während ihrer Entstehung abbekamen, desto wahrscheinlicher ist eine angeborene Herzerkrankung des Kindes.

Alkohol und Tabak gleich schädlich für Fruchtbarkeit

Eine andere Studie wollte herausfinden, ob Zigaretten oder Alkohol negativere Auswirkungen auf die männliche Fruchtbarkeit haben. Dafür wurden 211 Samenproben von Männern analysiert und die Gruppe in vier Gruppen unterteilt: starke Raucher, Nichtraucher, starke Trinker, Nichttrinker.

Die einzelnen konkreten Paramater unterschieden sich zwar, aber in Summe war kein signifikanter Unterschied feststellbar. Beide – Alkohol und Tabak – verschlechterten die Qualität der Spermien signifikant und reduzierten eindeutig die Fruchtbarkeit. Was genau nicht optimal funktionierte, war also zwischen Tabak und Alkohol etwas verschieden, der Effekt auf die Fertilität war jedoch derselbe.

Eine Studie, die an sich den Einfluss von Luftverschmutzung auf die männliche Fertilität untersuchte, bestätigte als Neben-Befund: Auch Tabak und Alkohol verringern die Fertilität von Männern. Sie verstärken den negativen Einfluss der Luftverschmutzung auf die Fruchtbarkeit.

Rauchende Frauen: IVF hat weniger Erfolg

Eine Meta-Analyse zeigt, dass Rauchen die Wirkung von In-Vitro-Fertilisation (IVF) reduziert. Frauen, die keinen Tabak konsumierten, wurden bei ansonsten gleichen Bedingungen (z.B. Alter, Gesundheitsstatus) fast doppelt so häufig nach einer IVF-Behandlung schwanger als rauchende Frauen.

Zuvor hatte eine andere Meta-Analyse sehr ähnliche Ergebnisse gezeigt: Rauchen von Frauen halbiert die Erfolgschancen von IVF nahezu. „Erfolg“ wurde definiert mit der Geburt eines lebenden Kindes. Die Komplikationen schlossen auch vermehrte Fehlgeburten während der Schwangerschaft ein.

Bei Männern zeigt sich im Erfolg einer IVF-Behandlung kein Unterschied, ob sie rauchen oder nicht. Das zeigt eine Studie. Embryonen, die mit Spermien von rauchenden Männern künstlich befruchtet wurden, reifen in den ersten Tagen ähnlich gut wie jene von tabakfreien Männern. Einbezogen wurden die ersten Tage nach der Befruchtung, bis zum Transfer des Embryos.

Cannabis erhöht Risiko für Fehlgeburten

Zur Auswirkung illegaler Substanzen auf die Fruchtbarkeit gibt es wenig Daten. Aus Tierstudien an weiblichen Tieren ist bekannt, dass ihre Fruchtbarkeit durch illegale Drogen deutlich reduziert wird. Zu Menschen gibt es diesbezüglich keine Studien.

Frauen, die während der Schwangerschaft Cannabis konsumieren, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Fehlgeburten. Eine Studie zeigt: Mit Konsum von Cannabis kommen Fehlgeburten doppelt so häufig vor wie ohne. Eine Systematischer Review betont zwar, dass die analysierten Studien eine unterschiedliche Dauer des Cannabis-Konsums einbezogen und verschiedene Stadien der Schwangerschaft analysierten. Gemeinsam ist ihnen jedoch: Cannabis erhöht das Risiko für Fehlgeburten. Das Risiko war rund 40 Prozent erhöht.

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