Hohe Tabaksteuer effektiv gegen Billig-Marken

Die Erhöhung der Tabaksteuer gilt weltweit als außerordentlich effektive Maßnahme gegen das Rauchen. Voraussetzung für den Effekt ist, dass sie hoch genug ist.

Billige Zigaretten hindern am Aufhören

Zehn Prozent Steuererhöhung zeigen eine deutliche Wirkung. Kleine Erhöhungen haben kaum Auswirkungen auf den Zigarettenkonsum.

Eine Studie fand heraus, dass selbst eine deutliche Steuererhöhung abgeschwächt werden kann, nämlich dann, wenn gleichzeitig Billig-Zigaretten auf den Markt kommen. Dann wechseln manche Konsument*innen, die sonst aufhören würden, von der teureren auf die billigere Marke. Der Effekt wird schwächer.

Untersucht wurden 195 Länder, ihre Tabaksteuern und die Preisentwicklung ihrer Zigarettenmarken. Preisunterschiede wurden als Differenz zwischen teuerster und billigster Marke errechnet und mit der Entwicklung der Steuer verglichen.

In Europa geringste Preisunterschiede

Der durchschnittliche Preisunterschied zwischen teuerster und günstigster Packung betrug 49,4 Prozent im Jahr 2014 und 44,4 Prozent im Jahr 2018. Weltweit betrachtet waren die Preisunterschiede in Afrika am höchsten, in Europa am geringsten. In Europa betrug der Preisunterschied 22,5 Prozent, in Afrika 72,0 Prozent. Grundsätzlich war er in ärmeren Ländern („Low income countries“) am größten. Dort gibt es häufig auch weniger gesetzliche Bestimmungen zum Konsum von Tabak und Nikotin, etwa geringere Steuer. So betrug 2018 in Afrika die Gesamtsteuer auf Zigaretten 36,5 Prozent, in Europa hingegen 74,7 Prozent.

Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass die Tabakindustrie bei deutlichen Steuererhöhungen häufig versucht, billige Zigarettensorten auf den Markt zu bringen. So können preissensible Bevölkerungsgruppen – etwa Jugendliche und junge Erwachsene – eher als Raucher*innen gehalten werden.

Je höher die Steuer, desto niedriger die Preisdifferenz

Je höher die Gesamtsteuer war, desto geringer waren die Preisunterschiede. Eine Erhöhung des Gesamtsteuerniveaus um 10 Prozent war mit einer Verringerung der Preisunterschiede um 1,5 Prozent verbunden.

Geringe Steuererhöhungen hingegen nutzt die Tabakindustrie häufig, um auch die eigene Gewinnspanne zu erhöhen, zeigen Untersuchungen. Das sogenannte „Overshifting“ kombiniert die Preiserhöhung des Herstellers mit einer Steuererhöhung. Konsument*innen nehmen dies meist nur als Steuererhöhung war. Illegaler Handel nahm durch Steuererhöhung nicht zu.

 

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