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E-Zigarette als Rauch-Beginn

Kann E-Zigarette dazu anregen, mit dem Rauchen zu beginnen? Ja. Man spricht dabei vom sogenannten „Gateway-Effekt“. Die E-Zigarette kann demnach das Tor in den späteren Tabakkonsum sein.

Wer E-Zigarette konsumiert, wird mit deutlich größerer Wahrscheinlichkeit später zu Tabakzigarette umsteigen – verglichen mit jenen, die keine E-Zigarette rauchen. Dies trifft umso eher ein, je eher jemand eine grundsätzliche psychologische Neigung zum Rauchen hat, fand eine Studie heraus.

Erhöhte Wahrscheinlichkeit, auch mit Tabak zu beginnen

Eine Metaanalyse untersuchte auf Basis von 9.199 Studien die Frage, ob E-Zigaretten zum Wechsel auf Tabakprodukte anregen. Sie stellte einen Zusammenhang fest: Wer mit E-Zigaretten anfängt, wird mit größerer Wahrscheinlichkeit in seinem späteren Leben zu Tabak umsteigen. Mit anderen Worten: Nichtrauchende hatten eine 4,5 Mal geringere Wahrscheinlichkeit mit dem Tabak-Rauchen zu beginnen als E-Zigaretten-Konsument*innen. Eingeschlossen wurden Studien, die Jugendliche und junge Erwachsene (bis 30 Jahre) untersuchten.

Ein australischer Review nahm alle weltweiten Studien unter die Lupe, die die Evidenz von E-Zigaretten und Rauchverhalten untersuchten. Wer als Nichtraucher mit dem Konsum von E-Zigaretten beginnt, hat demnach eine rund drei Mal so hohe Wahrscheinlichkeit, auch mit Tabakzigaretten zu beginnen. Während ein einziger Nichtraucher mit dem Rauchen von Tabak-Zigaretten begann, wurden also drei Dampfer zu Rauchern von Tabak. Dampfen war im Vergleich zu Nichtrauchen mit einem signifikant höheren Risiko für Tabak-Beginn verknüpft. Eine andere Studie beobachtete nicht das tatsächliche Rauchverhalten, aber befragte Menschen nach ihrer Bereitschaft zu rauchen. Jugendliche E-Zigaretten-Nutzer*innen gaben 2,4 Mal so häufig an, auch Tabakzigaretten rauchen zu wollen. Sie hatten auch deutlich positivere Erwartungen an das Rauchen als nicht-rauchende Jugendliche.

Ex-Rauchende: Rückfall durch E-Zigaretten

Als besonders empfängliche Gruppe kristallisierten sich auch Ex-Rauchende heraus, zeigt ein Review: Wer schon ganz mit dem Rauchen aufgehört hatte, aber den Konsum von E-Zigaretten begann, hatte ein doppelt so hohes Risiko, wieder Raucher von Tabakzigaretten zu werden. E-Zigarette war ein typisches Wiedereinstiegsprodukt für Ex-Rauchende.

Eine Studie aus den USA ergab, dass der Konsum von E-Zigaretten in allen Altersgruppen stagniert – außer bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In der Altersgruppe der jungen Erwachsenen fingen besonders häufig zwei Gruppen mit E-Zigarette an: die Nichtrauchenden und jene, die bereits ganz mit dem Rauchen aufgehört hatten und durch die E-Zigarette rückfällig wurden.

Häufig von Jugendlichen probiertes Produkt

Unter österreichischen Jugendlichen ist E-Zigarette bereits ein häufig konsumiertes Produkt, wenn es auch häufig beim Probierkonsum und beim gelegentlichen Konsum bleibt. Die ESPAD-Studie 2019 untersuchte das Suchtverhalten österreichischer Schüler*innen und fand heraus: Vier von zehn 14- bis 17-Jährige (60,5 Prozent) haben bereits Konsumerfahrungen mit E-Zigarette. Bei den 17-jährigen Schüler*innen hat knapp die Hälfte (48,8 Prozent) bereits E-Zigarette konsumiert, und mit 1,9 Prozent tut dies jede/r 50. sogar täglich oder fast täglich. Der tägliche Konsum entspricht damit fast jenem der Erwachsenen.

Auch wer später nicht auf Tabak umsteigt, ist durch den Konsum von E-Zigarette gefährdet, eine Abhängigkeit von Nikotin zu entwickeln. Denn wenn E-Zigaretten Nikotin enthalten, können sie süchtig machen. Ihre pharmakologische Wirkung mit Aromen ist noch wenig bekannt.

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