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E-Zigarette

Was sind E-Zigaretten?

E-Zigaretten simulieren das Rauchen mit technischen Mitteln, ohne dabei Tabak zu verbrennen. Sie sind ein junges Produkt: Von einem chinesischen Pharmazeuten erfunden und patentiert (vgl. Ayers et al. 2011), wurden sie 2004 in China erstmals verkauft. Seither erobern sie die globalen Märkte: Im Jahr 2013 wurden laut WHO E-Zigretten um 3 Milliarden US-Dollar verkauft. Es gab 466 registrierte Marken.

Was ist der Unterschied zwischen E-Zigaretten und E-Shishas?

Es gibt keinen Unterschied außer dem Mundstück. Das Mundstück ist bei E-Shishas ähnlich geschwungen geformt wie bei Wasserpfeifen. E-Zigaretten hingegen haben ein gerades Mundstück, ähnlich wie Tabakzigaretten. Ob ein Produkt als "E-Zigarette" oder "E-Shisha" verkauft wird, hat mit Marketing zu tun. Der Begriff "Shisha" soll eher Jugendliche und Gesundheitsbewusste ansprechen. Technisch gibt es keinen Unterschied. Beide gibt es als Einweg-Produkte oder als Mehrweg-Produkte, also zum Nachfüllen. Beide sind mit und ohne Nikotin erhältlich.

Auch "E-Joint", "E-Pipes" und "rauchlose Zigaretten" sind bereits auf dem Markt. Sie alle sind - wie die E-Shisha - offiziell der Produktkategorie "E-Zigarette zuzuordnen. Der Fachterminus für E-Zigaretten lautet "Electronic (Non) Nicotin Delivery Systems" [E(N)NDS]. Darin sind alle Produkte mit dieser Funktionsweise inkludiert, unabhängig von ihrem Nikotingehalt und unabhängig von ihrem Markennamen.

Wie funktionieren E-Zigaretten?

E-Zigaretten bestehen u.a. aus einer Stromquelle, einem elektrischen Vernebler und einer auswechselbaren Kartusche. Wird an der E-Zigarette gesogen, so entsteht Aerosol, welches als feiner Nebel von der Raucherin bzw. dem Raucher eingeatmet wird. Eine Leuchtdiode simuliert ein Glimmen der Zigarettenspitze.

Die Kartuschen (Liquids) beinhalten bis zu 90 Prozent Propylenglykol, das für den Nebeleffekt verantwortlich ist. Propylenglykol ist als Zusatzstoff für Kosmetika und für Nahrungsmittel zugelassen. In dieser Verwendung, d.h. in oraler oder dermatologischer Aufnahme, gilt es als ungefährlich. Die Auswirkungen einer Aufnahme in Form von Inhalation sind jedoch nicht bekannt. Bekannt ist hingegen, dass die Dämpfe von Propylenglykol Atemwegsreizungen hervorrufen können (vgl. Deutsches Krebsforschungszentrum 2010).

Optisch ähneln viele E-Zigaretten herkömmlichen Tabakprodukten: Sie sehen aus wie herkömmliche Zigaretten, Zigarillos oder Wasserpfeifen. Es gibt aber auch exotisch aussehendere Exemplare, etwa in Form von Füllfederhalter, Holzstäbchen oder Parfümfläschchen. Es gibt sie als Wegwerfprodukte (ohne auswechselbare Kartusche) und als Mehrwegprodukte (mit auswechselbarer Kartusche).

Welche gesundheitlichen Auswirkungen haben E-Zigaretten?

Viele Studien zu  E-Zigaretten werden von Herstellern oder Händlern finanziert. Daher sind sie nicht unabhängig. Fast immer vergleichen sie E-Zigaretten mit Tabakzigaretten, nicht mit dem Nichtrauchen. Im Vergleich zum Rauchen von Tabakwaren sind E-Zigaretten weniger schädlich. Im Vergleich zum Nichtrauchen sind E-Zigaretten schädlicher für die Gesundheit.

E-Zigaretten schaden der Gesundheit. Finanziell unabhängige wissenschaftliche Publikationen kommen zum Schluss, dass E-Zigarette nicht harmlos sind. So wurden in den Kartuschen für Tabak typische Giftstoffe und Kanzerogene sowie tabakspezifische Nitrosamine und mehrere gesundheitsschädliche Metalle nachgewiesen. Aerosole und Propylenglykol können die Atemwege reizen. Eine guten Überblick über die gesundheitlichen Schädigungen durch E-Zigarette gibt die Studie "E-Cigarettes: Use, Effects on Smoking, Risks and Policy Implications".

Wer darf die E-Zigarette konsumieren?

Laut Jugendgesetz ist der Erwerb, Besitz und Konsum von "Tabakerzeugnissen" und "Verwandten Erzeugnissen" bis zum vollendeten 18. Lebensjahr verboten. Elektronische Zigaretten zählen zu den "Verwandten Erzeugnissen".

Kann man von E-Zigaretten süchtig werden?

Es gibt E-Zigaretten mit oder ohne Nikotin. Wenn E-Zigaretten Nikotin enthalten, kann man von ihnen genauso abhängig werden wie von herkömmlichen Zigaretten. Bei Aufnahme dieser Substanz entsteht bei wiederholtem Konsum körperliche Abhängigkeit. Dadurch, dass der Konsum mit gewissen Ritualen und Handlungsfolgen verknüpft wird, z.B. Rauchen und Arbeitspause, kann es außerdem zu psychischer Abhängigkeit kommen. Bislang konnte nicht eindeutig geklärt werden, wie viel Nikotin durch das Saugen an E-Zigaretten im Körper aufgenommen wird. Einige Studien ergaben eine niedrige Nikotinaufnahme, andere eine gleich hohe wie bei herkömmlichen Zigaretten.

Prolematisch ist, dass gesetzliche Bestimmung zur Kennzeichnungspflicht sehr mangelhaft sind. Daher kann man sich auf Angaben zum Nikotingehalt nicht verlassen. Letztlich gibt nur eine chemische Analyse Gewissheit darüber, welche Inhaltsstoffe inhaliert werden.

E-Zigaretten regen zum Rauch-Beginn an

E-Zigaretten können ein Einstieg ins Rauchen von herkömmlichen Tabakprodukten sein – und zwar auch bei jungen Menschen, die dafür an sich ein niedriges Risiko haben. Zu diesem Schluss kommt eine US-amerikanische Studie, für die 1136 Schülerinnen und Schüler ein Jahr lang beforscht wurden. Zuvor wurden sie einem psychologischen Test unterzogen und in die Gruppen „rebellisch / nicht rebellisch“ und „gewillt zu rauchen / nicht gewillt zu rauchen“ eingeteilt. Wer zum Beginn der Studie E-Zigarette konsumierte, hatte eine signifikant größere Wahrscheinlichkeit, ein Jahr später herkömmliche Tabakprodukte zu rauchen. Die Beginn-Rate ein Jahr nach Studienbeginn war 4 Prozent bei denen, die keine E-Zigarette konsumierten, aber 19 Prozent bei den E-Zigaretten-Rauchenden. Besonders stark war der Zusammenhang bei den Jugendlichen, die an sich keine Neigung zum Zigarettenrauchen gezeigt hatten („nicht gewillt zu rauchen“, „nicht rebellisch“). Die Studienautoren schließen daraus, dass E-Zigaretten das Bedürfnis zu rauchen auslösen können.

WHO will E-Zigaretten streng regeln

Geht es nach der WHO, so soll elektrisches Rauchen mittels E-Zigaretten soll streng gesetzlich geregelt werden. Die WHO schlägt vor, dass Electronic (Non) Nicotine Delivery Systems [E(N)NDS], wie E-Zigaretten im Fachbegriff genannt werden unabhängig von ihrem Nikotingehalt denselben gesetzlichen Regelungen wie Tabakprodukte unterliegen. In Österreich ist dies bezüglich Werbung, Rauchverbot und Jugendschutz der Fall, nicht jedoch bezüglich Besteuerung, Produktregulation (Warnhinweise usw.) und Monopolisierung.

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